Wenn schon, denn schon: Vögel richtig füttern!

Die Fütterung von Kleinvögeln erfreut sich im Winter grosser Beliebtheit, und auch bei den gefiederten Gästen an der Futterstelle ist die zusätzliche Nahrung oft willkommen. Der Nutzen für den Vogelschutz sollte allerdings nicht überschätzt werden. Und wenn gefüttert wird, sollte dies fachgerecht erfolgen.

Veröffentlicht am 21.12.2021

Kleinvögel sind gern gesehene Gäste im Garten. Vielen Menschen ist es ein Bedürfnis, ihnen im Winter mit einer Futterstelle über die Runden zu helfen. Doch wie füttert man richtig, und brauchen Kleinvögel diese gut gemeinte Hilfe überhaupt?

Grundsätzlich sind die bei uns ausharrenden Kleinvögel gut an die winterlichen Bedingungen angepasst, und sie finden selbst ausreichend Nahrung. Trotzdem ist die Zufütterung oftmals willkommen. Die Winterfütterung kann dann eine Überlebenshilfe sein, wenn über längere Zeit eine geschlossene Schneedecke liegt oder Bodenfrost herrscht.
Diejenigen Vögel, die von einer Zufütterung profitieren, zählen allerdings zu häufigen Arten und sind meist nicht bedroht. Gefährdete oder seltene Arten hingegen kommen kaum an eine Futterstelle. Für sie sind der Erhalt und die Förderung vielfältiger Lebensräume unabdingbar. 

Eine Fütterung ermöglicht schöne Beobachtungen und weckt Interesse an der Vogelwelt. Somit kann sie zum Türöffner für mehr Naturbewusstsein werden. Aus Sicht der Schweizerischen Vogelwarte ist deshalb gegen die Fütterung von Kleinvögeln nichts einzuwenden, solange sie fachgerecht erfolgt. Was man den Vögeln auftischt, und wie man es auftischt, sollte ihnen also nicht zum Verhängnis werden. Es lohnt sich daher, auf eine gute Hygiene zu achten, ein Augenmerk auf die Wahl des Futters sowie des Futterhauses zu haben und auch den Standort des Futterhauses sorgfältig auszuwählen. 

Der Kauf von Vogelfutter ist nicht zwingend notwendig, wenn man die Vögel mit Nahrung unterstützen möchte. Wer seinen Garten vogelfreundlich gestaltet und auf einheimische Pflanzen setzt, bietet den Vögeln ein reichhaltiges und ganz natürliches Buffet. Ob saftige Beeren, schmackhafte Sämereien oder frische Insekten, welche durch die einheimischen Pflanzen angelockt werden – in einem vogelfreundlichen Garten finden verschiedenste Vogelarten ganzjährig Nahrung, die perfekt auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. 

Fachgerechte Vogelfütterung

  • Das Futter sollte möglichst der natürlichen Nahrung der Vögel entsprechen. Für Körnerfresser empfehlen sich Mischungen, die hauptsächlich aus Sonnenblumenkernen und Hanfsamen bestehen. Weichfresser nehmen Äpfel, Baumnüsse, Haferflocken oder Weinbeeren. Gewürztes, Essensreste oder Brot sowie Mischungen mit Ambrosia-Samen sind zu vermeiden.
  • Manche Krankheitserreger werden mit dem Kot von Vogel zu Vogel übertragen. Der Kot darf daher nicht in Kontakt mit dem Futter kommen. Es empfehlen sich folglich vor allem Futterhäuser mit schmalen Krippen oder säulenförmige Futterautomaten. Das Gemisch aus Körnerresten und Kot, welches unter Futterhäusern jeweils anfällt, sollte regelmässig weggeräumt werden.
  • Zum Schutz vor Feinden sollte das Futterhaus an einem übersichtlichen Ort mit nahe gelegenen Rückzugsmöglichkeiten (Bäume, Büsche) platziert werden.
  • Das Futter sollte täglich frisch angeboten werden, am besten abends rund zwei Stunden vor der Dämmerung. Optimalerweise füllt man jeweils so viel Futter ein, dass es für 24 Stunden reicht.

Quelle: vogelwarte.ch, Foto: Markus P. Stähli

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