WWF sieht Auslandjagd differenziert

· August 21, 2012

Wie emotional das Thema Auslandjagd ist und wie skrupellos blinde Jagdfeinde die Gemütsaufwallungen der Ahnungslosen bewirtschaften, ist um die hochsommerliche Monatswende ausgerechnet im Jagdkanton Graubünden vorgeführt worden. Eine harmlose Reportage in der «Südostschweiz» führte zu einer erregten Auseinandersetzung um die sogenannte Trophäenjagd. Das souveräne Schlusswort sprach – die Umweltorganisation WWF. Und zwar zugunsten einer geregelten und nachhaltigen Jagd.

Simon Camastral, früherer Bündner Wildhüter und jetzt erfolgreicher Jagdführer in aller Welt.Hauptperson in einer Ende Juli erschienenen «Südostschweiz»-Reportage war der geschätzte und international als korrekt und integer bekannte Jagd-Outfitter Simon Camastral aus dem Unterengadin. Das freundlich-distanzierte Porträt erregte die Gemüter bei den Geschworenen Jagdfeinden um das Portal www.tierschutznews.ch,wo seit Jahren mit Argumenten aus der untersten Schublade gegen alles gepöbelt wird, was nach Jagd und Jägern riecht.

Zu diesem erlauchten Kreis gehört auch die «Südostschweiz»-Leserin Marion Theus aus Davos. Sie ist schon wiederholt mit Leserbriefen hervorgetreten, die nicht nur Unkenntnis, sondern geradezu Bösartigkeit verrieten. In ihrem neuesten Leserbrief bezichtigte sie den unbescholtenen Jagdführer Camastral verschiedener Jagdvergehen sowie der Tierquälerei. Die Redaktion der «Südostschweiz» nahm ihre Verantwortung nichtwahr und veröffentlichte den Erguss der Frau Theus, obwohl dieser klare Ehrverletzungs-Tatbestände erfüllte. Auf Anfrage von JAGD&NATUR fiel Chefredaktor David Sieber nur ein, seine Zeitung «sei eben keine Zensurbehörde ».Wichtig zu wissen für Leser: Die «Südostschweiz» druckt auch Stellungnahmen, die man nur als intellektuelle Zumutungen bezeichnen kann.

J&N riet der «Südostschweiz»: Fragt doch den WWF!

JAGD&NATUR schrieb den Kollegen von der «Südostschweiz»: «Alle seriösen Experten – nicht nur Jäger! – sind sich heute einig, dass eine nachhaltige und kontrollierte Trophäenjagd das beste Mittel für die Arterhaltung ist. Denn durch sie erleben die Bürger der Gaststaaten, dass das oft Schaden stiftende Wild nicht nur eine Last ist, sondern auch Wert und Nutzen besitzt. Wer das den Jägern nicht glauben mag, soll den WWF fragen und dessen differenzierte und sachkundige Stellungnahmen zur Grosswildjagd lesen.»

Wenigstens diesen kollegialen Rat hat die «Südostschweiz» befolgt und den WWF gefragt. Dessen Kommunikationsbeauftragter Philipp Gehri gab eine Stellungnahme ab, die für eine an sich jagdkritische Institution wie den WWF bemerkenswert sachlich und differenziert ist. Wir zitieren die «Südostschweiz» vom 5.August:

«Wenn normale Jäger im Ausland auf Trophäenjagd gehen, sei das für den WWF zwar nicht sympathisch, aber auch nicht grundsätzlich unzulässig, findet Gehri. Denn die hohen Abschussgebühren für die Trophäenjagd trügen in vielen Ländern überproportional zum Einkommen aus der Wildtiernutzung bei. Viele Arten und Lebensräume könnten nur überleben, wenn sie für die Bevölkerung wirtschaftlichen, kulturellen und spirituellen Wert hätten. Hier liegt gemäss Gehri das Potenzial der Trophäenjagd, da diese für die Bevölkerung Einkommen generiere. ‹Wenn die Jagd Bestandteil eines integrierten, umfassenden Schutz- und Nutzungskonzepts ist, kann sie aus Naturschutz- Sicht auch Vorteile haben.›»

Die Reaktion der Extremisten liess nicht auf sich warten. Ihre Website war am 7.August aufgemacht mit der Schlagzeile: «Die Heuchler vom WWF müssen sich auch überall zu Wort melden.» Es war wie immer: Meinungen, die nicht passen, werden verbal niedergeknüppelt. Weh tun würde es nur, wenn man die Knüppler noch ernst nehmen könnte.

Camastral blieb cool

Cool geblieben ist die Hauptperson in diesem hundstäglichen Medienwirbel. Simon Camastral schrieb JAGD&NATUR: «Ich wusste, dass es Nachwehen geben würde. Dass diese nun so tief unter der Gürtellinie ausgefallen sind, erstaunt mich dennoch. Es gibt aber auch Positives zu berichten. In der Zwischenzeit habe ich unzählige SMS, E-Mails und Anrufe erhalten, welche mir zu diesem Bericht gratuliert haben. Auf der Strasse werde ich ebenfalls dauernd positiv darauf angesprochen. Auch mit solch einer Reaktion habe ich nicht gerechnet.

Das Ziel dieses Berichtes war ganz klar, der Jagd allgemein nicht zu schaden. Ich denke, dass dies von der Redaktion voll respektiert wurde und dass es für jeden normal tickenden Menschen, Jäger oder Nichtjäger, auch so herübergekommen ist. Wie oben bereits erwähnt, habe ich das tiefe Niveau mancher Jagdgegner und Tierschützer total unterschätzt, was mich sehr traurig gemacht hat. Ich habe mich seit eh und je für die Jagd eingesetzt und werde dies auch weiterhin tun.»

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