Wolfabschuss soll einfacher möglich sein

· Mai 20, 2014

Der Wolf soll scheinbar schon bald reguliert werden können. Der Bundesrat hat sich bereiterklärt, den Schutz des Raubtiers zu lockern, um das Zusammenleben von Mensch, Nutztieren und Wolf zu erleichtern. Wie das neue Wolfsmanagement aussehen soll, ist derzeit noch unbekannt.

MS_Wolf_1Problemwölfe, also solche, die grosse Schäden bei Nutztierbeständen oder dem Wild anrichten, dürfen heute mit einer Ausnahmebewilligung erlegt werden. Der Bündner CVP-Ständerat Stefan Engler hält dieses Konzept, das vor allem die Verhütung von Schäden durch einzelne Tiere zum Ziel hat, für überholt.

Der Wolf ist heute schweizweit auf dem Vormarsch. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass Wolfsmeldungen durch die Presse geistern. Heute etablierten sich in den Alpen und Voralpen Wolfsrudel, schreibt Engler in der Begründung einer Motion. Die alten Rezepte, die vor allem auf die Erhaltung der Artenvielfalt, den Schutz der Art und die Schadensabwehr einzelner Wölfe ausgerichtet waren, taugten deshalb nur noch bedingt, um künftige Konflikte zu lösen und Wolfsbestände zu regulieren.

Engler verlangt daher neue Konzepte, welche die Auswirkungen auf Nutz- und Wildtiere begrenzen und für eine bessere Akzeptanz bei der betroffenen Bevölkerung sorgen. Wo in einer Region Wolfsrudel umherstreifen und trotz Herdenschutz Schäden anrichten, einen ausgeglichenen Wildbestand, die öffentliche Sicherheit oder die touristische Nutzung gefährden, müsse es künftig möglich sein, Wölfe abzuschiessen.

Engler will dazu neue Prioritäten setzen. Statt wie bisher den Schutz des Wolfes und der Artenvielfalt in den Vordergrund zu stellen, sollen die Interessen der Landwirtschaft, der Jagd, der öffentlichen Sicherheit und des Tourismus gleich hoch gewichtet werden. Gemäss seinem Vorschlag könnte für ein bestimmtes Gebiet eine maximal tolerierbare Anzahl Wölfe festgelegt werden.

Zu den erforderlichen Anpassungen des Wolfsmanagements äussert sich der Bundesrat in seiner Mitte Mai veröffentlichten Antwort auf die Motion nicht. Er erklärte sich aber bereit, Englers Vorstoss entgegenzunehmen. Eine Anpassung des Jagdgesetzes hält er auch für vereinbar mit der Berner Konvention über den Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen. Nach Jagdgesetz sind Abschüsse zur Bestandesregulation bereits heute möglich.

 

Text: Markus P. Stähli

Foto: naturpix.ch

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