Wildsau – geliebt und gehasst

· Juli 26, 2013

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Schwarzwild boomt. Schwarzwild polarisiert. Für die einen sind die Wildschweine Nützlinge im Wald, andere sehen in ihnen bloss Schädlinge auf Feld und Acker. JAGD & NATUR nimmt in einer Artikelserie eine Standortbestimmung vor, zeigt auf, wie es um die Schwarzwildschäden steht und lässt Experten und Jäger zu Wort kommen.

Sauen – keine andere jagdbare Wildart wirkt auf uns Jäger wohl derart faszinierend. Wenn beim Ansitz unverhofft ein Schwarzkittel anläuft oder sich auf der Drückjagd eine Rotte mit lautem Rascheln im gefrorenen Herbstlaub ankündigt, steigt unser Puls rasant über normal. Und in jeder Jagdgesellschaft, in deren Gebiet Sauen ihre Fährte ziehen, kursiert die Geschichte vom Urian, den zwar noch niemand bei Tageslicht gesehen hat, dessen Schalenabdrücke aber Dimensionen des «Bigfoot», des legendären Yeti aus dem fernen Himalaya annehmen und der, wenn überhaupt, die undurchdring-lichsten Brombeerhecken in stockdunkler Nacht nur verlässt, um seinen Fortpflanzungstrieben nachzukommen. Schwarzwild polarisiert aber auch gleichzeitig: Was unsere jagdliche Passion erfreut, bringt den Landwirten in ihren Kulturen Schäden, Mehrarbeit und viel Ärger. Und damit sind hitzige Diskussionen im Spannungsfeld Jagdverwaltung–Jäger –Bauern vorprogrammiert. Der «Schwarze Peter» und damit die Verantwortung für die zum Teil grossen Schäden wird herumgereicht wie eine heisse Kartoffel, es wird nach radikalen Massnahmen zur Bekämpfung der «Schädlinge» gerufen, aber eine nachhaltige Lösung für alle Parteien, Bauern, Jäger und Wildschweine, ist eigentlich nicht in Sicht.

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