Von wegen Sommer-Diät – Wildtiere legen im Hochsommer ihre Kraftreserven an

· August 5, 2013

Rotwild in der FeistzeitViel Fett ansetzen und kräftig an Gewicht zulegen: Das ist das Motto des Sommers! Rothirsche machen nämlich nur dann eine gute Figur bei der Partnerwahl im Herbst, wenn sie sich im Hochsommer genug Fettreser-ven angefressen haben. Um rund und gesund in die Brunft zu starten, wird gefressen und geruht.

Jetzt kann man Hirschrudel beim Äsen beobachten und beleibte Feisthirsche friedlich nebeneinander stehen sehen. „Der Jäger spricht von der Feistzeit“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Rotwild-„Damen“ kümmern sich fürsorglich um ihren Nachwuchs. „Das Kahlwildrudel ist ein Zu-sammenschluss von mehreren Klein-Familien, die aus Alttier, Kalb und Jährling bestehen“, erläutert Baron Münchhausen.

Erst im September lösen sich die Hirschrudel dann schlagartig auf und die beginnende Paarungszeit macht aus ihnen wieder Konkurrenten. Während Rothirsche im Herbst erbitterte Rivalen um die Gunst der Hirschkühe sind, gehen sie in der Feistzeit jeder Rauferei aus dem Weg. Eventuelle Auseinandersetzungen werden nicht mit dem Geweih, sondern mit den Vorderläufen ausgetragen. Das hat auch noch einen anderen Grund: Bei den meisten Rothirschen ist das Geweih noch mit einer bastartigen, weichen Haut überzogen. Dieses Bastgeweih ist durchblutet und schmerzempfindlich. „Bald beginnen die älteren Hirsche als erste, dieses Bastgeweih zu fegen“, erklärt Hilmar Freiherr von Münchhausen. Sie streifen die trockene, abgestorbene Basthaut an Zweigen und Büschen ab. Darunter kommt dann das neue Geweih zum Vorschein – und die friedliche Feistzeit neigt sich dem Ende zu.

Text und Bilder: Deutsche Wildtier Stiftung

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