«Tue Gutes und rede darüber»

· September 2, 2013

Liebe Leserin, lieber Leser

Markus P. StaehliKürzlich wollte ein befreundetes Ehepaar von mir wissen, warum ich denn um Himmelswillen dem erlegten Tier einen «letzten Bruch» in den Äser gesteckt hätte. Auf meine Erklärungen und Worte wie «Respekt», «Dankbarkeit», «uraltes Brauchtum», etc. folgten Fragen über Fragen. Und nach wenigen Minuten steckten wir inmitten einer spannenden und ehrlichen Diskussion über die Jagd … Ein paar Wochen vor diesem Gespräch erreichte mich ein Anruf eines jagenden Arztes aus der Westschweiz. Unter anderem erzählte mir der praktizierende Weidmann, dass er jeweils die aktuelle Ausgabe von JAGD & NATUR in seiner Praxis, im Wartezimmer, aufliegen habe. Das Magazin sei bei der Kundschaft sehr beliebt, da es aus einer «Welt» und von einer Leidenschaft berichte, die den wenigsten seiner Kunden bekannt sei. Vergessen wir nicht – ein grosser Teil unserer nicht jagenden Mitmenschen verbindet die Jagd bloss mit den Tätigkeitswörtern «schiessen» oder «töten», ohne die beiden Verben jemals unvoreingenommen in den Kontext zur Jagd, mit ihren Regeln und Bräuchen, zu stellen. Wir können nicht genug daran arbeiten, dies zu ändern und mit der nicht jagenden Bevölkerung so oft wie möglich ins Gespräch zu kommen. Zu verstecken brauchen wir uns nicht. Im Gegenteil – stehen wir stolz zu unserem Jagdhandwerk und unseren Leistungen für die Allgemeinheit und die Natur. Wir sind nicht, bloss weil wir eine Waffe tragen, Naturschützer zweiter und /oder gar dritter Klasse! Gleich drei Autoren setzen sich in dieser Ausgabe mit der Thematik «Jagd, Jäger und andere Nutzer» auseinander. Andreas Hausser sucht in seinem Beitrag «Freie Zugänglichkeit des Waldes» nach Lösungen für ein Nebeneinander von Mensch und Tier. Ulrich Lienhard begibt sich auf «Die Suche nach mehr Verständnis für die Jagd», äussert seine Gedanken und listet Vorschläge im Sinne eines «Ratgebers» auf. Und kurz vor Beginn der Hochwildjagd berichtet uns Wildexperte Martin Merker über den Wandel der Jagd im Land der 150 Täler. Selbst dort wird die Jagd mehr und mehr hinterfragt und gerät zunehmend in die Kritik … Apropos Jagd. In diesen Tagen beginnt für Tausende Schweizer Jägerinnen und Jäger die schönste Zeit des Jahres: die Hochwildjagd! Diesem Umstand haben wir auch mit unseren aktuellen Bekleidungs- und Gerätetests Rechnung getragen. Unser Testteam hat geeignete Gebrauchsgegenstände für die Gebirgsjagd auf Herz und Nieren geprüft. (s. S. 60 ff).

Ich wünsche Ihnen für die Jagd in den kommenden Wochen nur das Allerbeste: Guten Anblick, guten Anlauf und ein kräftiges Weidmannsheil! Und zögern Sie nicht, Begegnungen mit der nicht jagenden Bevölkerung für ein offenes, aufschlussreiches Gespräch zu nutzen …

Mit Weidmannsheil

Ihr Markus P. Stähli
Chefredaktor

Filed under: Jagd & Gesellschaft

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