Seit fünf Generationen Gerber

· Februar 28, 2013

Die G. Neuenschwander Söhne AG ist 150 Jahre alt geworden. Als eine der grossen Schweizer Gerbereien ist die Firma auch in der Jägerschaft bestens bekannt.

Mit einer Marktlücke nahm alles seinen Anfang: Während seiner Anstellung bei Gerbermeister Ingold bemerkte Gerber Gottlieb Neuenschwander, dass viele Häute und Felle aus den umliegenden Metzgereien nicht gegerbt wurden, weil sie den Anforderungen nicht genügten. So begann Gottlieb Neuenschwander 1862 mit den überschüssigen Häuten und Fellen zu handeln. Er verkaufte sie in rohem, also nicht gegerbtem, Zustand. Der Erfolg fiel Gottlieb Neuenschwander anfänglich nicht in den Schoss. Um zwei Uhr in der Früh marschierte er jeweils los, um rechtzeitig auf den Märkten in Bern, Thun und Langnau zu sein. In der einen Tasche trug er das Geld für den Wareneinkauf, in der anderen einen geladenen Revolver, um sich gegen Wegelagerer wehren zu können.

Heute, 150 Jahre und fünf Generationen später, ist aus dem einstigen kleinen Familienbetrieb im bernischen Oberdiessbach eine Aktiengesellschaft mit einer Zweigstelle in Sierre, einem Lager in Walenstadt und 50 Mitarbeitenden geworden. Tradition steht auch heute noch im Mittelpunkt: Die Firma befindet sich vollständig in Familienbesitz und der Hauptsitz ist Oberdiessbach geblieben. Auch dem Kerngeschäft ist man treu geblieben: als Gerberei sowie Fachgeschäft für Felle, Pelze und für Ledermode. So bringen viele Jägerinnen und Jäger ihre Bälge, Schwarten und Decken zu Neuenschwander. «Vom rohen Fell bis zum hochwertigen Fellprodukt – alles unter einem Dach», lautet seit jeher das Motto der Firma.

Weitere Infos unter: www.neuenschwander.ch

Text: Raphael Hegglin, Fotos: ZVG

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