Rehkitz-Rettung mit Drohnen: Crowdfunding-Aktion

· Januar 20, 2020

Nach ersten sehr erfolgreichen Pilotprojekten will RevierJagd St.Gallen mit einer Crowdfunding-Aktion Mittel beschaffen, um die Drohnenrettung bereits in diesem Frühsommer in der Fläche zu garantieren. Auf der Crowdfunding-Plattform lokalhelden.ch wird das Projekt präsentiert, gleichzeitig können dort auch Spendenzusagen gemacht werden.

Peter Weigelt, Präsident RevierJagd SG

In der Schweiz werden jedes Jahr immer noch Tausende Rehkitze vermäht. Die im hohen Gras versteckten Jungtiere haben noch keinen Fluchtinstinkt und sind damit den immer grösseren und schnelleren Mähmaschinen der modernen Landwirtschaft hilflos ausgeliefert. Die Folge ist grösstes Tierleid, sterben die Rehkitze doch oft erst nach qualvollem Todeskampf mit abgetrennten Läufen oder schwersten Schnittverletzungen.
Wohl bemüht sich die Jägerschaft seit jeher, mit Verblendaktionen möglichst viele Rehkitze zu retten. Doch trotz grossem Einsatz können längst nicht alle Jungtiere gefunden werden. Dank neuester Technologie mit Drohnen und Wärmebildkameras bietet sich nun die Möglichkeit, die Suchaktionen massiv zu verbessern. Pilotprojekte in den vergangenen drei Jahren haben den Erfolg der Methode bestätigt, weshalb der Drohneneinsatz im Kanton St. Gallen nun flächendeckend eingeführt werden soll.

Crowdfunding-Aktion als Starthilfe
Über eine breit angelegte Sammelaktion auf der Crowdfunding-Plattform von Raiffeisen, www.lokalhelden.ch/rehkitz-rettung-mit-drohnen, sollen die finanziellen Mittel zusammengetragen werden, damit Drohnen mit Wärmebildkameras beschafft werden können. In einem Ausbildungskurs werden dann im Frühjahr 2020 Drohnenpiloten und Jagdgesellschaften in der Handhabung der Technik und der Organisation der Kitzrettung aus der Luft ausgebildet. Ziel ist es, bis zur Setzzeit im Mai/Juni mindestens zehn Drohnenteams verfügbar zu haben. Damit wäre es vorerst möglich, in rund dreissig St. Galler Jagdrevieren die Kitzrettung aus der Luft umzusetzen und damit einen bedeutenden Beitrag gegen unnötiges Tierleid zu leisten. Eine vollständig ausgerüstete Drohne kostet rund 6000 Franken. Der ehrenamtliche Einsatz der Jägerinnen und Jäger beläuft sich pro Revier auf weit über hundert Einsatzstunden, die in der Regel sehr früh am Morgen geleistet werden.

Da der Kanton St.Gallen über 144 Jagdreviere verfügt und rund 120 davon relevant für das Thema «Rehkitz-Rettung» sind, kann die laufende Aktion nur ein Anfang sein. Weil die moderne Technik aber zuerst akzeptiert und beherrscht werden muss, erachtet RevierJagd St. Gallen einen schrittweisen Einstieg als sinnvoll. Zudem baut die St. Galler Jägerschaft auch auf die Zusammenarbeit mit privaten Drohnenpiloten sowie dem Verein Kitzrettung Schweiz, mit dem auch die Ausbildungsgänge koordiniert werden.

Weitere Infos unter: https://www.lokalhelden.ch/rehkitz-rettung-mit-drohnen

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