Nützliche Helfer für weite Schüsse

· Oktober 24, 2012

Swarovski hat den Ballistikturm für Zielfernrohre überarbeitet: Er lässt sich nun arretieren. Auch beim Durchqueren von Busch und dichtem Wald kann sich so nichts mehr verstellen. Zusammen mit dem als Smartphone-App erhältlichen Ballistikprogramm lassen sich Weitschüsse besser einschätzen – und unnötige Experimente vermeiden.

Jachen Wehrli von Swarovski Optik Schweiz demonstriert im Feld, wie sich der Ballistikturm bedienen lässt.Jäger nutzen zunehmend ballistische Verstellvorrichtungen, um mit dem Zielfernrohr auch auf weite Distanzen Fleck halten zu können. Swarovski bietet dazu für ihre Zielfernrohre den Ballistikturm, mit dem sich vier verschiedene Schussdistanzen ein- stellen lassen – individuell anpassbar an jedes Kaliber und an jede Laborierung.

Mit dem Ballistikturm von Swarovski lassen sich zusätzlich zur Grundposition (Fleckschussentfernung) drei Weitschussdistanzen definieren (1. Distanz = grün, 2. Distanz = gelb, 3. Distanz = rot).Beim Ballistikturm der ersten Generation lassen sich die mit Farbe gekennzeichneten Markierungen nicht arretieren. Es besteht die Möglichkeit, dass sich das Absehen beim Pirschen ungewollt verstellt, was einen Fehlschuss zur Folge haben kann. Diesen Kritikpunkt hat Swarovski behoben und den Ballistikturm zusammen mit der zweiten Generation der Z6-Zielfernrohre neu lanciert. Ein Sperrmechanismus an der Basis des Ballistikturms verhindert jetzt ein unbeabsichtigtes Drehen: Die gewünschte Fleckschussentfernung lässt sich erst nach Lösen der Sperrtaste verstellen. Eine Markierung auf dem Ballistikturm zeigt zudem an, ob sich die Einstellung auf 100 Meter Fleckschuss befindet oder nicht. Die Markierung lässt sich im Dunkeln leicht ertasten. Ballistiktürme der ersten Generation lassen sich mit dem beschriebenen Absperrmechanismus nachrüsten.

Ballistik auf dem Smartphone

Mit dem Ballistikturm von Swarovski lassen sich zusätzlich zur Grundposition (Fleckschussentfernung) drei Weitschussdistanzen definieren (1. Distanz = grün, 2. Distanz = gelb, 3. Distanz = rot).Als weiteres Hilfsmittel bietet Swarovski das bewährte und kostenlose Ballistikprogramm zusätzlich als Smartphone- App an – in der iPhone- und in der Android-Version. Somit lassen sich auch im Feld die Flugbahnen und individuellen Korrekturwerte zur gewünschten Schussentfernung berechnen. Das Programm greift dabei auf die Werte von 1700 unterschiedlichen Laborierungen zurück. Winkelschuss, atmosphärische Daten wie Luftdruck und Luftfeuchtigkeit sowie die Umgebungstemperatur berücksichtigt das Ballistikprogramm genauso wie allfälliger Seitenwind.

Die nach Schussentfernung errechneten Höhen- und Seitenabweichungen, Geschwindigkeiten sowie Energien stellt das Programm in einer Tabelle dar. Das Programm zeigt zudem auf, mit wie vielen Klicks von der Grundeinstellung entfernt die farbigen Markierungen des Ballistikturms gesetzt werden sollen. Allerdings: Swarovski weist deutlich darauf hin, dass die tatsächliche V0 der Munition mit der benutzten Waffe bestimmt werden soll, damit die Berechnung der Haltepunkte realistische Werte liefert. Zudem kann auch dann auf Probeschüsse nicht verzichtet werden, soll auf lebendes Wild geweidwerkt werden. Das Programm vereinfacht das Kalibrieren des Ballistikturmes jedoch stark und liefert realistische Anhaltspunkte. Der Schütze wird deshalb beim Einschiessen der Waffe nur wenig Munition verbrauchen.

Virtuelles Ballistik-Labor

Auch ohne Ballistikturm oder ballistisches Absehen leistet das Ballistikprogramm wertvolle Dienste: Mit ihm lässt sich beliebig herumexperimentieren, wobei man schnell ein Gefühl für die Ballistik verschiedener Geschosse und Laborierungen bekommt. So verblüfft zum Beispiel der Einfluss des Seitenwindes, der Geschosse auch bei schwacher Brise weit vom Haltepunkt abbringen kann. Manch ein Jäger wird überrascht sein, dass sich Seitenwind schon bei jagdlich durchaus üblichen Distanzen von zum Beispiel 150 Meter erheblich auswirken kann.

Jägerinnen und Jäger erhalten mit dem Ballistikprogramm ein kleines, wenn auch virtuelles Labor. Sie lernen damit die Leistungen und Grenzen der von ihnen verwendeten Patronen besser einschätzen. Das Programm macht Ballistik – «die Lehre von den geworfenen Körpern» greifbar – gewagte Schüsse lassen sich mit diesem Wissen noch besser vermeiden.

Download Ballistikprogramm unter:
ballisticprograms.swarovskioptik.com

Text: Raphael Hegglin

Filed under: Biologie & Jagdtechnik

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