Neue Ausstellung im Nidwaldner Museum Salzmagazin

· März 27, 2019

Jäger, Tiere, Wilderer – Handwerk und Legenden in Nidwalden

Jagen und Wildern gehören zu den ältesten Tätigkeiten der Menschheit. Wir jagen seit Tausenden von Jahren und wir tun es noch immer, wenn auch öfter in übertragenem Sinn. Oder ist es ein Zufall, dass wir im Alltag immer wieder «Schnäppchenjägern», «Headhuntern» oder Sammlern auf ihrer «Pirsch» begegnen?

Um dieses alltägliche Jagen geht es in der Ausstellung genauso wie um das «wirkliche» Jagen. Gleichzeitig sind Jagen und Wildern, diese ungleichen Geschwister, in Nidwalden präsent wie in kaum einem anderen Schweizer Kanton. Wilderergeschichten und -legenden gehören zum kulturellen Erbe des Kantons, seit jeher werden sie aufgeschrieben und veröffentlicht, in Volkstheatern aufgeführt und von Generation zu Generation mündlich weitererzählt. Denn Jagen und Wildern sind schön und schauerlich zugleich, sie bringen Leben und Tod, sie sind uralt archaisch und unmittelbar gegenwärtig.

Die Ausstellung blickt auf das Jagen aus drei Richtungen: Sie fragt nach Geschichte und Gegenwart des Jagdhandwerks, nach der Rolle der Jägerinnen und Jäger, nach Tötung und Verzehr des erlegten Wildes, aber auch nach der Rolle des Gesetzes und der Gesetzesübertretung. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, wie allgegenwärtig Jagen und Wildern in unserem täglichen Leben ist, wo Spuren des Jagens in Lebensmitteln oder Gegenständen des täglichen Gebrauchs sichtbar sind oder wie wir in unserem Alltag ständig Pirschen, Spähen und Erbeuten. Drittens schliesslich geht es um die Bedeutung des Jagens und Wilderns in der aktuellen bildenden Kunst, aber insbesondere auch in der Volkskunst, in den Jagdlegenden des Kantons Nidwalden und in ihren zahlreichen Bearbeitungen für die Bühne, das Radio oder den Film.

Jagen in der Kunst, im Alltag und in der Natur: in allen drei Tätigkeiten kommen die grossen Themen des Menschseins zusammen: Mensch und Tier, Natur und Kultur, Handwerk und Kunst, Politik und Gesellschaft, wirtschaftlicher Gewinn und ökologisches Gleichgewicht. Denn im Jagen und Wildern wird die Frage nach dem, was den Menschen ausmacht, was ihn von der Natur trennt und mit ihr verbindet, immer wieder neu gestellt und  beantwortet.

Begleitprogramm
Eröffnung: Freitag, 05. April 2019, 18.30 Uhr. Begrüssung durch Stefan Zollinger, Vorsteher Amt für Kultur / Leiter Nidwaldner Museum; Ausstellungseinführung durch Basil Rogger, Kurator.

Mensch-Tier-Geschichten aus Nidwalden: Mittwoch, 10. April, 18.30 Uhr. lit.z, Literaturhaus Zentralschweiz. Studierende des Master Kulturpublizistik der Zürcher Hochschule der Künste lesen aus ihren Arbeiten. Eine Kooperation mit dem lit.z

Internationaler Museumstag: Sonntag, 19. Mai 2019, 11.00-17.00 Uhr. Museen – Zukunft lebendiger Traditionen, gratis Eintritt in alle Häuser des Nidwaldner Museums

Schlaglicht-Rundgang: Mittwoch, 22. Mai 2019, 18.30 Uhr. Rundgang mit Filmemacher Fredi M. Murer durch die Ausstellung.

Sommer im Museum: Lesung aus dem Buch «Die eine wilde Jagd» mit Hanspeter Müller-Drossaart Freitag, 16. August, 18.30 Uhr
Winkelriedhaus. Basil Rogger im Gespräch mit Ernst Rengger, Sohn des Autors

Schlaglicht-Rundgang: Mittwoch, 25. September 2019, 18.30 Uhr. Rundgang mit Historiker Michael Blatter, Autor des Buches «Doppelmord auf der Gruobialp» durch die Ausstellung.

Weitere Informationen: www.nidwaldner-museum.ch

6. April – 27. Oktober 2019
Mi 14-20 Uhr, Do/Fr/Sa 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr
Nidwaldner Museum Salzmagazin
Stansstaderstr. 23, Stans

 

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