Löwenknochen

· Dezember 24, 2012

Nicht nur Nashorn und Elfenbein sind in Asien heiss begehrt. Bis zu Fr. 9000.– werden auch für ein Löwenskelett gezahlt.

LöwenknochenAus den Knochen werden Heilmittel für alle denkbaren Krankheiten und Wehwehchen hergestellt. Tierschützer befürchten, dass die steigende Nachfrage Afrikas Bestand freilebender Löwen von aktuell etwa 20 000 Tieren gefährden könnte. Anders als Elefanten und Rhinos haben die Löwen nämlich kaum eine politische Lobby. Erst im Mai schmetterte Umweltministerin Edna Molewa ein Verbot des Handels mit Löwenknochen ab. Ein Triumph für Südafrikas Löwenzüchter. Etwa 2000 Löwen ziehen in Südafrika ihre Fährte in freier Wildbahn.

2009 wurden noch 92 Löwengerippe ausgeführt. 2010 waren es schon 235. Der WWF fürchtet, dass diese Zahl noch gestiegen ist. Die Skelette stammen von in Wildparks als touristische Attraktionen gezüchteten Löwen. Für bis zu 40 000 US-Dollar können aber auch «Jäger» aus aller Welt einen «Parklöwen» schiessen. Die Skelette werden dann verkauft. Die Tierschützer befürchten wegen der steigenden Nachfrage, dass immer mehr Löwen gewildert werden könnten. Vor allem in Laos und Vietnam ist das Knochenangebot viel grösser, als dass dieses nur durch legal exportierte Skelette bereitgestellt werden könnte.

Von Verwicklung südafrikanischer Farmer in illegale Exportgeschäfte wird bereits berichtet. So war in der südafrikanischen Zeitschrift «Mail & Guardian» zu lesen, dass wilde Löwen und Löwenjunge von Schmugglern aus Botswana ins Land geschmuggelt und an private legale Tierparks verkauft würden.

Text: Dieter Kannengiesser
Foto: Conradin Peer

Filed under: Jagd & Umwelt

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