Leinenpflicht: Jäger und Hündeler arbeiten zusammen

· März 28, 2017

Plakat Leinenpflicht«A de Leine isch er en feine»: Unter diesem Titel wenden sich Jagd Aargau und der Kantonalverband Aargauer Kynologen (KVAK) mit Hinweistafeln und Faltblättern an die Hundehalterinnen und Hundehalter. Der Zeitpunkt für die gemeinsame Aktion ist nicht zufällig gewählt. Am 1. April – das ist kein Scherz – beginnt die temporäre Leinenpflicht.

Diese Leinenpflicht ist in der Jagdverordnung des Kantons Aargau (AJSV) klar geregelt. In § 21 AJSV wird unter Absatz 1 festgehalten: «Hunde sind im Wald und am Waldrand vom 1. April bis 31. Juli an der Leine zu führen. In der übrigen Zeit können Hunde auf Waldstrassen unter direkter Aufsicht ohne Leine geführt werden.» In Abschnitt 2 wird zudem präzisiert: «Für Jagd- und Polizeihunde beim Einsatz und bei der Ausbildung gelten diese Einschränkungen nicht. Anlässe zur Prüfungsvorbereitung und zu Prüfungen von Sanitäts- und Katastrophenhunden in SKG-Vereinen benötigen eine Bewilligung.» Über diese Bestimmungen hinaus haben verschiedene Gemeinden im Kanton Aargau eine ganzjährige Leinenpflicht auf ihrem gesamten Gemeindegebiet erlassen.

Sensibilisierung ohne Mahnfinger
Das Faltblatt mit seinem sympathischen Auftritt – der ohne erhobenen Mahnfinger auskommt – weist aber nicht bloss auf die gesetzlichen Grundlagen für die Leinenpflicht, sondern auch auf die wichtigsten allgemeingültigen Verhaltensregeln für eine verantwortungsbewusste und rücksichtsvolle Führung der treuen vierbeinigen Begleiter hin. Das Faltblatt enthält zudem Wissenswertes über den Lebensraum Wald und Waldrand.

Auslöser für die Zusammenarbeit von Jagd Aargau und dem Kantonalverband Aargauer Kynologen – die schweizweit einmalig sein dürfte – war eine Umfrage von Jagd Aargau unter den Jagdgesellschaften. Aus dieser Umfrage, die im Herbst 2014 durchgeführt worden war, ging unter anderem hervor, dass 98 von 131 Jagdgesellschaften in den vorangegangenen fünf Jahren Wildabgänge durch Hunderisse zu verzeichnen hatten. 33 Jagdgesellschaften hatten zudem eine Zunahme der Hunderisse festgestellt.

Aufgrund der Ergebnisse der Umfrage war in der Aargauer Jägerschaft die Forderung nach einer Durchsetzung der gesetzlichen Leinenpflicht, aber auch nach einer Kampagne zur Sensibilisierung der Hundehalterinnen und Hundehalter gestellt worden. In der Folge wurde bei Jagd Aargau eine Arbeitsgruppe «Leinenpflicht» unter der Leitung von Thomas Laube gebildet, die sich in Zusammenarbeit mit dem KVAK des Themas «Leinenpflicht» annahm. Finanziert wurde die Aktion durch Beiträge von Jagd Aargau und KVAK.

Die Umfrage hatte aber auch aufgezeigt, dass sich 60 Prozent der Hundeführerinnen und Hundeführer an die Bestimmungen über die Leinenpflicht halten. «Erfahrungsgemäss beachten die Hundehalterinnen und Hundehalter in hohem Masse die Leinenpflicht», stellt Thomas Laube, Vizepräsident von JAGDAARGAU, fest. «Hundehalter, die in den Vereinen des Kantons organisiert sind, sind sensibilisiert. Problematisch sind die anderen. Mit der Aktion ‘a der Leine isch er en feine‘ soll die Selbstverantwortung unter den Hundehaltenden gefördert werden.»

KVAK-Präsident Peter Bieri sagt: «Hundespaziergänger sind die grösste Gruppe der Waldbesucher. Darum müssen wir unsere Verantwortung wahrnehmen. Die liberale Gesetzgebung im Kanton Aargau hat nur Bestand, wenn wir uns an die Mindestregeln halten.»

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