Jäger im Parlament für Wildtierkorridore

· Juli 26, 2012

Nationalrätin Sylvia Flückiger (SVP, AG) und Ständerat Stefan Engler (CVP, GR) stellen dem Bundesrat in einem Vorstoss Fragen zu den Korridoren der Wildtiere in der Schweiz. Zehn Jahre nach einem ersten Bericht ist zu befürchten, dass sich die Situation für das Wild nicht wirklich verbessert hat.

Jäger im Parlament für WildtierkorridoreDie Diskussion unter den anwesenden Jägern in der parlamentarischen Gruppe «Jagd und Biodiversität» war kurz: Einhellig wurde begrüsst, mit einer parallelen Interpellation in beiden Räten beim Bundesrat nachzufragen, wie es um die Korridore für die Wildtiere in der Schweiz steht. Die Co-Präsidenten der Gruppe, Nationalrätin Sylvia Flückiger und Ständerat Stefan Engler, reichten denn auch umgehend die wichtigsten Fragen zum Thema ein – unterstützt von Jägern und Nichtjägern von links bis rechts.

2001: nur ein Drittel intakte Korridore

Zur Erinnerung: 2001 veröffentlichte das BAFU eine lange Liste mit Wildtierkorridoren von regionaler und nationaler Bedeutung, denen sich die Kantone bei ihrer Raumplanung und bei konkreten Bauvorhaben annehmen sollen. Der Bericht zeichnete ein düsteres Bild: Zwei von drei Korridoren wurden als unterbrochen oder beeinträchtigt eingestuft. Der Bericht empfahl damals, die Korridore und die Zugangswege zu ihnen in der Richtplanung der Kantone zu berücksichtigen und bei Um- und Ausbauten von Strassen und Schienen die Bedürfnisse des Wildes zu berücksichtigen. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) starteten damals ein Sanierungsprogramm für Wildkorridore, finanziert aus dem Treibstoffzoll.

2012: Entwicklung unklar

Unklar bleibt, ob es wirklich gesamtschweizerisch zu einer Verbesserung der Situation gekommen ist. Viele Jäger haben den Eindruck, es gebe in ihrer Region beträchtliche Probleme. Die Vernetzung von Lebensräumen ist jedoch entscheidend für die Biodiversität. Mit der Interpellation wollen die Parlamentarier wissen, wie sich die Situation zehn Jahre nach dem ersten Bericht darstellt, insbesondere, ob es eine Übersicht über die Aktivitäten der Kantone gibt und ob die vorgesehenen Mittel für eine signifikante Verbesserung der Situation in den kommenden zehn Jahren ausreichen. Der Bundesrat wird die Fragen bis September beantworten. Die Parlamentariergruppe wird dann das weitere Vorgehen beraten. Das könnte eine verbindliche Motion sein, die im Falle der Zustimmung in beiden Räten den Bundesrat zum Handeln zwingen würde.

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