JagdSchweiz: Hegepreis 2013

· August 15, 2013

SymbolbildBei der zweiten Auflage des Hegepreises von JagdSchweiz haben zehn  Jagdorganisationen ihre Projekte eingereicht. Auch dieses Jahr weisen die Projekte die ganze Breite an Hegeaktivitäten auf. Noch bis zum 25. August können Sie auf der Website von JagdSchweiz Ihr favorisiertes Projekt auswählen, das Ihrer Meinung nach den Publikumspreis verdient hat. Dort sind auch die umfangreichen Dossiers einsehbar.

01  Studie Lärchenwald auf der Alpe di Albèa und Alpe di Cava (TI) 
Wer: Patriziato di Biasca e societa cacciatori Diana di Biasca, Raffaello Sciaroni
Was: Förderung der Biodiversität, Pflege der Lärchen-Weidwälder, Birkhahnbiotop verbessern, Erhaltung der Landschaftsstruktur, landwirtschaftliche Nutzung sicherstellen.
Fläche: 155 ha
Einsatz: Weidwaldstruktur erhalten durch Pflegeeingriffe in Lärchenverjüngung, Alpenrosenfluren reduzieren und strukturieren, Freiflächen und Flugschneisen für Birkhuhnpopulation schaffen, Vogelbeere pflanzen und Heidelbeeren fördern.
Finanzierung: Gesamtkostenschätzung CHF 581’000.— (50% Bund und Kanton, 35 % FLS/FSP Fonds Landschaft Schweiz, 2.5% Holzverkauf 12.5 % Bürgergemeinde)
Weitere Aktivitäten: Nutzungsverträge mit der Bürgergemeinde zur Beweidung durch Grossvieh und Jungvieh abschliessen. Jährlicher Hegeeinsatz durch die Jäger und Kandidaten zur Sicherung und Förderung der Birkhahnbiotope. Traditionelle Nutzung durch Beweidung sicherstellen.
Wo: Alpen Albèa und Cava, Biasca, TI

02 Aufwertungsmassnahmen im Vernetzungskorridor; Wängi (TG)
Wer: Jagdgesellschaft Wängi-Heidelberg, Martin Ebner
Was: Häufig sind die Übergänge zwischen Wald und den intensiv genutzten Kulturlandschaften sehr abrupt, was sich besonders bei Gebieten mit Vernetzungsfunktionen negativ auf die Artenvielfalt auswirkt. Durch ein konkretes Beispiel und die Produktion einer einfach verständlichen Anleitungsbroschüre für Landwirte und Jäger, soll diesen gezeigt werden wie sie durch gezielte Eingriffe die Übergänge im Wald-/Feldbereich zum Wohle der Fauna, aber auch zu ihrem eigenen Nutzen optimieren können.
Fläche: ca. 15 Aren Wald und 17 Aren Feld, Waldrandlänge = ca. 190 m
Einsatz: Waldrandaufwertung = ca. 10-40 Mannstunden/ Jahr, Extensive Wiese mit Zusatzmassnahmen = ca. 25 Std; Fr. 850 für Baum/ Steinhaufen, Broschüre = rund 80 Std.
Finanzierung: Das Projekt wird durch die Jagdgesellschaft Wängi-Heidelberg finanziert.
Weitere Aktivitäten: Versand der Broschüre Mitte 2013 an alle Jagdgesellschaften. Ebenfalls ist die Broschüre auf den Websites von Jagd Thurgau und der Jagdverwaltung via Download verfügbar. PR in Form eines Artikels im „Thurgauer Bauer“ ist vorgesehen. Die Waldrandaufwertung wird weitergeführt und am Nord-/ Westrand des Steinhaufens werden noch Wildrosen gepflanzt.
Wo: Unteres Hexentobel, Gemeinde Wängi (s. Infobroschüre Dossier)

03 Waldameisen (LU)
Wer: Jagdgesellschaft Kriens-Horw-Schattenberg, Xaver Allgäuer
Was: Die Bestände der Waldameisen sind in den letzten Jahren massiv geschrumpft. Dies aufgrund von menschlichen Einflüssen aber auch durch die rapide Vermehrung von Baumparasiten. Die Waldameisen halten die Parasiten in natürlichen Grenzen und sollten besser geschützt werden. Das Ziel der Projekts ist die Ameisenhaufen besser vor Beschädigung und Zerstörung zu schützen und die Förderung des Waldameisenbestandes.
Fläche: 1‘000 ha
Einsatz: 12 Std. pro Ameisenhaufen. Zum Schutz werden die Haufen mit Holzgestell und Drahtgitter eingefasst.
Finanzierung: minimaler finanzieller Aufwand. Dieser wird durch die Jagdgesellschaft getragen.
Weitere Aktivitäten: Schützen von weiteren Ameisenhaufen im Gebiet.
Wo: Gemeindegebiet Kriens-Horw

04  Rettet die jungen Wildtiere (AG)
Wer: Stiftung Wildtiere, Natur, Landschaft und Leben, Thomas Laube
Was: Förderung des Selbstverständnisses von Jäger/innen und Landwirten/Landwirtinnen für den gezielten Schutz der Kinderstube der Natur im Frühjahr (Mahd der Heuwiesen).
Fläche: 16‘000 ha Wiesland
Einsatz: Das Projekt wird aktuell im 3. Jahr durchgeführt und der jährliche finanzielle Aufwand beträgt rund 15‘000 CHF. Alle Aargauer Jagdgesellschaften verteilen die Flyer an die Landwirte ihres Reviers und erklären
Finanzierung: Sponsoring (Beitrag von Verkauf Wildschweinbier, Brauerei Müller, Baden); Spenden Private
Weitere Aktivitäten: Fortführung der bisherigen Aktivitäten. Zudem wird die technische Weiterentwicklung wie zum Beispiel der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras verfolgt und sobald einsatzfähig in der Praxis eingesetzt.
Wo: Kanton Aargau

05 Dorschnei Weiher (LU)
Wer: Jagdgesellschaft Kriens-Grüebli, Hans Luginbühl
Was: Der 1979 privat erstellte Weiher muss saniert werden. Wasserzufuhr und Auslauf müssen instand gestellt und der Weiher von organischen Ablagerungen (Blätter, Holz) befreit werden. Der Damm muss teilweise neu verdichtet und die Sonnenlichteinstrahlung optimiert werden. Der Weiher soll mit dieser und zukünftigen Aktionen als Vernetzung zu den national bedeutenden und in der Umgebung liegenden Flachmooren Hinterschild und Furenmoos dienen. Die angrenzenden Bodenflächen werden Wildtier-, Amphibien- und Naturgerecht bepflanzt und der Unterhalt wird nach den Richtlinien des Handbuches „Moorschutz in der Schweiz“ erfolgen. Die Umsetzung des Projekts ist in vollem Gange. Die Arbeiten für die Wasserzufuhr ist abgeschlossen und die Forstarbeiten und der Wasserabfluss sind in Bearbeitung. Die restlichen Sanierungsarbeiten werden diesen Sommer durchgeführt und bis Ende September 2013 abgeschlossen sein. Die Initianten wollen mit den Projekt einen Benchmark setzen und zur Nachahmung animieren.
Fläche: 1‘430 m2 (2‘000 m2 inkl. angrenzende Umgebung)
Einsatz: Finanzielle Aufwendungen Sanierung 2011-2012/13 = 28‘000 CHF, Material/ Maschinen inkl. 385 Mannstunden (à 20.-) = 7‘700 CHF
Finanzierung: Das Projekt wird durch den Kanton Luzern (LAWA) und der Gemeinde Kriens (Amt für Umweltschutz) gefördert und finanziell unterstützt.
Weitere Aktivitäten: Der Unterhalt des neu sanierten Weihers muss gewährleistet werden. Um der angestrebten Vernetzung Rechnung zu tragen, werden als nächstes Projekt die Bachläufe im Dorschnei Gebiet, ca. 850 lm, nach dem Projekt „Dornröschen wach auf“, in Angriff genommen.
Wo: Krienser Hochwald, Jagdrevier Kriens-Grüebli

06 Felsenfalter, Berghexe Val Müstair (GR)
Wer: Società Turettas, Franz Martin Tscholl
Was: Die Berghexe (Chazara briseis) gehört zu den seltensten Schmetterlingen der Schweiz. Die Art wird in der Roten Liste der gefährdeten Tierarten als vom Aussterben bedroht eingestuft.Im Val Müstair (GR) lebt die einzige Population, welche nicht ein isoliertes Vorkommen darstellt, sondern im Austausch mit den Populationen im Val Venosta (Vintschgau, Italien) steht. Ziel der Arbeit ist die Schaffung eines geeigneten Lebensraums und damit die Förderung der Population im Val Müstair, die als Grundlage für den Artenschutz dienen soll. Der Erfolg ist noch nicht eindeutig messbar, jedoch wurde an den erstellten Trockenbaustandorten schon einzelne Felsenfalter gesichtet. Zudem wurden das Gebiet von verschiedenen Vögeln, Insekten, Reptilien und Echsen gut angenommen.
Fläche: 30‘000 m2
Einsatz: Kosten bisher rund 3‘000 CHF, Per Mai 2013 wurden 315 Mannstunden geleistet
Finanzierung: Heckenpflege = 30% Kostenübernahme durch Bündner Kantonaler Patentjäger-Verband, Übrige Aktivitäten = Finanzierung durch Gesellschaftsvermögen der Società
Weitere Aktivitäten: Jedes Jahr soll ein Hegetag durch die Società Turettas organisiert und mit Schülern durchgeführt werden. Ab dem Jahr 2015 ist die Durchführung nur noch alle zwei Jahre geplant.
Wo: Val Müstair

07 Hünizug (UR)
Wer: Jagd- und Hegegruppe Dirräwald, Hans-Peter Epp
Was: Die Wälder im Gebiet der Silenerberge sind in den letzten Jahren zum Teil immer stärker verbuscht und an diversen Orten hat man mit der Verbissproblematik zu kämpfen. Diesen Problemen soll entgegengewirkt und die Äsungsfläche für das Wild frei gehalten werden.
Fläche: 6‘000-7‘000 m2
Einsatz: Äsungsfläche offen halten, jährlich einmal heuen, Winterfutter für Wild bereitstellen, Waldrandpflege gemäss Auftrag des Försters.
Finanzierung: 50% = Freiwilligenarbeit (Jäger, Hegetage). Jährlich ca. 80-100 Mannstunden. / 50% = ansässige Forstbetriebe (finanziert durch Waldbauprojekte, Wildschadenfonds, Rodungsbewilligungen, ökologische Ersatzmassnahmen)
Weitere Aktivitäten: Die freigelegten Äsungsflächen sollen in Zukunft auch weiter erhalten werden. Zudem ist eine jährliche Heuernte und das Bereitstellen der Winterfütterung (Notfütterung) geplant. Die Verbissproblematik soll entschärft und Fegegehölzer erstellt werden.
Wo: Silenen

08 Roveraccio (TI)  
Wer: Società Cacciatori Pairolo Sonvico; Massimo Soldati
Was: Mit Pferd zugängliches Gebiet des S. Martino Hügels oberhalb von Sonvico. Ab den Jahren 1950-1960 komplett von Haustieren und Schnitte durch den Menschen verlassen.Stechginster, Farn, Brombeersträucher, Birke, Erle überfielen die gesamte Oberfläche und machten einen Zugang praktisch unmöglich.
Komplette Reinigung der Bereiche um einen echten Lebensraum für Wild zu schaffen, welches in der Zwischenzeit in diesem Territorium erschienen ist (Reh, Hirsch, Wildschwein, Hasen). In wenigen Jahren wurde diese unzugängliche zu einer sauberen Zone, offen, angenehm und geeignet für das Wild.
Fläche: ca. 40-60 Aren
Einsatz: Volontariatsarbeit mit eigenen Mitteln und Mitgliedern der Società C. Pairolo, Dank finanzieller Unterstützung durch den UPC Bellinzona, wird einmal im Jahr der „Tag Lebensraum“ mit Jäger und angehende Jäger durchgeführt
Finanzierung: Finanzielle Unterstützung durch den UPC Bellinzona.
Weitere Aktivitäten: Die Jäger von Pairolo werden diese Reinigungen noch einige Jahre durchführen, bis die gesamte Zone von „Roveraccio“ sauber und „lebenswert“ ist. Wir sehen die Rückkehr von Blumen, Pilze, Heidelbeeren und viele andere wilde Sträucher die wegen des erstickenden Unterholzes verschwunden waren.
Wo: Gemeinde Lugano

09 Wiederherstellen der Almwiesen und Lebensräume von Gambarogno (TI)
Wer: Società Cacciatori Diana Gambarognese, Manuele Esposito
Was: Invasive Vegetation, Abbau von Weiden, Lebensraumzerstörung der Rebhühner und Hasen. Wiederherstellen der Wiesen, Wiederherstellung von Lebensräumen der Rebhühner und Hasen. Bildung von Morphologie mit Leopardenflecken für Huftiere. Gezielte Interventionen der Forstwirtschaft, Überprüfung der Entwicklung der Arten. Jährliche rollende Aktionsplan, um Bereiche wie von angefügten Pläne zu behandeln. Am Ende des Jahres 2012 wurden 60% der Oberflächen behandelt. Größe der Bereiche der Zuflucht für Wild, Wiederherstellung der Weiden mit Präsenz von Vieh, optimierte Vegetation für das Birkhuhn.
Fläche: 50 ha (inkl. bereits erledigte Arbeiten)
Einsatz: Seit 2006: jährliche finanzielle Unterstützung des UPC von Fr. 4‘000.– / Einsatz von ca. 25 Personen → ~ 200 Std./Jahr
Finanzierung: Durch UPC
Weitere Aktivitäten: Stufenweise Erhöhung der Bereiche der Intervention der Forstwirtschaft, um die Ziele der beigefügten Karten zu erreichen. Eingriff in die Brutgebiete der Birkhühner, um die richtige Vegetation zu wählen. Im Gebiet wo der Hase zu sehen ist eingreifen.
Wo: Magadino

10  „Vernetzt denken – konkret handeln“ (LU) 
Wer: Jagd Neudorf, Werner Hüsler
Was: Der Landwirtschaftsbetrieb „Römerhof“ betreibt Milchwirtschaft und Pouletmast. Die Betriebsleiter berücksichtigen in ihrem Handeln die Ansprüche von Flora und Fauna und machen den „Römerhof“ zu einem Vorzeigebeispiel wie Ökologie und Produktion im Einklang möglich sind. Fritz und Lukas Hüsler haben in den letzten 20 Jahren auf den von ihnen bewirtschafteten Flächen eine beeindruckende Anzahl ökologischer Massnahmen umgesetzt und Lebensräume vernetzt (Auflistung siehe vollständiges Dossier).
Geplant sind konkret drei weitere Projekte:
1.Realisierung mehrerer Tümpel zur Förderung der Kreuzkröte
2.Nisthilfen für den Storch
3.Realisierung Mehlschwalbenturm
Fläche: ca. 40 ha LN/ ca. 14 ha Wald
Einsatz: die zahlreichen Aktivitäten der Vergangenheit lassen sich nicht in Stunden beziffern. Für die geplanten Projekte 1-3 wurden bisher rund 10 Mannstunden investiert.
Finanzierung: Finanzierung für Projekt 1 ist auf guten Weg. Für das Projekt 2 wird mit Kosten von 500 Franken, für das Projekt 3 mit rund 4‘500 Franken gerechnet.
Weitere Aktivitäten: Die Gebrüder Hüsler sind offen für neue Projekte. Sie beteiligen sich aktiv (Mitinitianten) am Vernetzungsprojekt Michelsamt und geben ihre Erfahrungen und Überzeugung an Berufskollegen weiter.
Wo: Neudorf

Filed under: Jagd & Gesellschaft, News

-->