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Sammelplatz - Ausstellung

Sonderausstellung Steinbock im Nationalparkzentrum Zernez

Das Nationalparkzentrum in Zernez eröffnete am 14. Juli die Sonderausstellung «Der Steinbock – ein wunderlich verwegenes Thier» des Zoologischen Museums der Universität Zürich und des Bündner Naturmuseums. Damit erhält das eindrucksvolle Bündner Wappentier eine gebührende Würdigung.

Steinbockausstellung im Nationalparkzentrum Zernez. (Bild: SNP/H. Lozza)

27.07.10 | Der Steinbock fasziniert den Menschen immer wieder von neuem. Ein Tier, das sein Leben ganzjährig auf über 2000 m über Meer verbringt, bei Sturm, Schnee und Lawinen; das mit scheinbarer Leichtigkeit die steilsten Felsklippen erklimmt und erhaben von oben auf seine heimlichen Bewunderer schaut. Da bleibt nur das Staunen – früher und heute. Um ein Haar wäre der Kanton Graubünden für immer seines Wappentiers verlustig gegangen. Nur mit einem Schelmenstück konnte die Art vor ihrem endgültigen Aussterben bewahrt werden.


Nach seiner Ausrottung im 17. Jahrhundert hat der Steinbock in unseren Bergen eine zweite Chance erhalten. Auf abenteuerlichen Wegen gelangten ab 1906 ein paar wenige Tiere aus dem königlichitalienischen Jagdrevier im Gran Paradiso in den Tierpark Peter und Paul in St. Gallen. Nach erfolgreicher Zucht wurden einige Tiere in verschiedenen Gebieten der Schweizer Alpen ausgewildert – 1920 auch im damals bereits bestehenden Nationalpark. Erheblich war damals die Angst, dass die wenigen Tiere wiederum spurlos verschwinden könnten, gewildert oder gestohlen. Doch das Experiment gelang, heute zählen wir in der Schweiz wiederum rund 15 000 Steinböcke.


Vielfalt der Wildziegen Die Ausstellung des Zoologischen Museums der Universität Zürich und des Bündner Naturmuseums ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Biologie, die Ausrottung, die Wiederansiedlung, die Populationsgenetik und die Bestandesentwicklung des Alpensteinbocks.


Die heutige Vielfalt der Tierwelt entstand durch die Evolution über Jahrmillionen. Entsprechend kann man auch die Biologie des vom Zürcher Naturforscher Conrad Gessner vor über 400 Jahren als wunderlich und verwegen bezeichneten Tieres am besten mit einem Blick in die Vergangenheit verstehen. Die Zeitachse führt deshalb als roter Faden durch die Ausstellung, beginnend vor Jahrmillionen mit der Evolution der Hornträger, später der Wildziegen, über die Ausbreitung, Ausrottung und Wiedereinbürgerung des Alpensteinbocks. Sie endet mit der genetischen Struktur der heutigen Populationen, die alle von der genannten Restpopulation in Norditalien abstammen.


Begleitend eingefügt sind Themen wie die Variabilität der Hörner, Anpassungen an die Lebensweise unter extremen Umweltbedingungen, Kreuzungen zwischen Steinbockarten und mit Hausziegen. Doch die Ausstellung widmet sich nicht nur wissenschaftlichen Themen. Der Symbolik und dem gesellschaftlichen Stellenwert des Steinbocks wird ebenfalls Raum gegeben.


Die Sonderausstellung dauert vom 11. Juni 2010 bis 25.April 2011. Öffnungszeiten Nationalparkzentrum Zernez: Täglich von 8.30 bis 18 Uhr. Detaillierte Öffnungszeiten unter www.nationalpark.ch

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