Jägerinnen und Jäger leisten viel für die Allgemeinheit

· November 1, 2016

wald__st6963«Die Jägerinnen und Jäger erbringen viele wichtige Leistungen für die Allgemeinheit – und sie bezahlen auch noch dafür»: Diese leicht ironisch gefärbte Feststellung eines Jägers hat zweifellos etwas für sich.

Zwar dürfte in einigen Köpfen immer noch die Meinung herumspuken, dass die Jagd bloss Zeitvertreib einiger Ewiggestriger sei, die verstaubte Traditionen pflegen würden, und dass man die Jagd – als alten Zopf sozusagen – endlich abschaffen sollte. Dass diese Sicht sehr kurz greift, zeigt jetzt die «Analyse und Bewertung gemeinwirtschaftlich erbrachter Leistungen der Aargauer Jagdvereine» auf. Diese Arbeit, die ohne irgendwelche ideologischen Scheuklappen den Blick auf nackte Zahlen richtet, kommt zum Schluss, dass die Aargauer Jägerinnen und Jäger jährlich Leistungen im Umfang von netto gut 11 Millionen Franken für die Allgemeinheit erbringen. Leistungen, die ohne den unentgeltlichen Einsatz der Jagd letztlich durch den Steuerzahler finanziert werden müssten.

Gesetzliche Aufträge
Der Verfasser der Arbeit, die von Jagd Aargau in Auftrag gegeben worden ist, nimmt die gesetzlichen Grundlagen zum Ausgangspunkt seiner Analyse. Er weist darauf hin, dass das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel, kurz Jagdgesetz (JSG), den Kantonen den Auftrag erteilt, die Artenvielfalt und die Lebensräume der einheimischen und ziehenden wildlebenden Säugetiere und Vögel zu erhalten; bedrohte Tierarten zu schützen; die von wildlebenden Tieren verursachten Schäden am Wald und an landwirtschaftlichen Kulturen auf ein tragbares Mass zu begrenzen und schliesslich eine angemessene Nutzung der Wildbestände durch die Jagd zu gewährleisten. Daraus ergibt sich, dass im Revierjagd-Kanton Aargau die Jagdgesellschaften für die Gewährleistung dieser bundesgesetzlichen Aufgaben verantwortlich sind.

Leistungen im Umfang von 11 Millionen Franken
Aufgrund einer Analyse sämtlicher Tätigkeiten der Aargauer Jagdvereine kommt der Verfasser der Arbeit zum Schluss, dass die Jagd im Aargau mit einen jährlichen Gesamtaufwand von 13,65 Millionen zu Buche schlägt. Diesem Aufwand steht ein Erlös von 2,548 Millionen Franken gegenüber, der im Wesentlichen aus dem Erlös des Wildbrets resultiert. Damit ergibt sich ein Jahresverlust von 11,102 Millionen Franken. Das entspricht dem buchhalterischen Wert jener Leistungen, welche die Jägerinnen und Jäger für die Allgemeinheit erbringen. Diesen Betrag, so der Autor der Arbeit, müsste der Kanton bei einer vollständigen Abgeltung der Leistungen der Jagd, beispielsweise in der Form eines Leistungsauftrages, aufwenden.

Der Verfasser der Arbeit stellt zudem fest: «Bei der Revierjagd steht die Eigenverantwortung im Vordergrund. Das Eigeninteresse am Jagdrevier und an dem darin lebenden Wild garantiert einen pfleglichen Umgang mit dem Naturgut Wild und macht aufwändige Kontrollinstanzen, wie etwa eine Jagdpolizei, überflüssig.»

Link zur Bachelor-Arbeit von Yves Hürlimann (PDF): «Analyse und Bewertung gemeinwirtschaftlich erbrachter Leistungen der Aargauer Jagdvereine»

Text: Louis Probst, Foto: Markus P. Stähli

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