Italienische Jäger sabotieren die Rettung der Waldrappen

· Januar 24, 2013

Italienische Jäger sabotieren die Rettung der WaldrappenNur noch rund 30 Waldrappen, die im Winter in den Süden fliegen, und damit ohne menschliche Hilfe überlebensfähig sind, gibt es weltweit. Im oberösterreichischen Almtal lebt eine Kolonie von rund 50 der grossen Vögel. Diese müssen allerdings während des Winters gefüttert werden. Hier wurde ein Verfahren entwickelt, den Vögeln mit einem Begleitflugzeug wieder den Zug über die Alpen beizubringen, den sie nicht instinktiv unternehmen sondern erst von ihren Eltern erlernen müssen. Mit Hilfe der daraus gewonnenen Erfahrungen konnten im bayerischen Burghausen und in Salzburg zwei kleine Waldrappen-Kolonien aufgebaut werden. Insgesamt ziehen damit wieder fast 30 der europäischen Ibisvögel im Winter ans Mittelmeer. Ob die Rettung der Vögel gelingt wird man nach Meinung von Johannes Fritz, dem Leiter des Waldrappteams aber erst in etwa 15 Jahren wissen. Lebensraum gibt es wohl genug. Problematisch sind nur italienische Jäger. Um die Standorte der Waldrappen verfolgen zu können, ist jeder Vogel mit einem Positionsmelder (GPS/GSM) ausgestattet. Mit dessen Hilfe konnte kürzlich ein italienischer Jäger festgenommen werden, der gleich zwei Vögel erlegte. Im Frühjahr wird er sich dafür vor Gericht verantworten müssen. Die Vogelschützer hoffen auf ein strenges Urteil mit abschreckender Wirkung. Neben den in Bayern und Österreich lebenden Vögeln gibt es noch vier freilebende Exemplare in Syrien. Diese überwintern in Äthiopien. Auf sie wird aber auch in den arabischen Ländern gejagt. Ihr Aussterben ist nur noch eine Frage der Zeit. Überlebenschancen haben die Waldrappen am ehesten noch in Europa.

Text: Dieter Kannengiesser

Filed under: Jagd & Umwelt

Tags:

-->