Gute Nase – schlechter Geschmack

· Dezember 24, 2012

Gute Nase – schlechter GeschmackEin internationales Wissenschaftlerteam, unter Leitung von Lawrence Schook von der University of Illinois, hat bei der bisher umfassendsten Analyse des Erbgutes von Schweinen neue Erkenntnisse über die Evolution der Schweine gewonnen. Haus- und Wildschweine besitzen mehr Geruchsgene als die meisten anderen Säugetiere. Über 1300 Gene sind bei ihnen nur für die Funktion der unterschiedlichen Duftsensoren zuständig.

Wie die Forscher im Fachmagazin «Nature» berichten, zeigt dies, wie sehr die Tiere sich auf der Suche nach Nahrung auf den Geruchssinn verlassen. Im Gegenzug ist der Geschmackssinn eher unterentwickelt. Nach den Analysen gibt es nur wenige Gene für die Bittersensoren und auch süsse und herzhafte Aromen werden weniger gut wahrgenommen als vom Menschen. Zur Nahrung gehören deshalb auch Dinge, die für uns widerlich schmecken würden. Für Allesfresser wie Schweine ist das ideal. Sie finden mehr Nahrung und verschmähen kaum etwas. Der Gen-Vergleich von Wildschweinen aus verschiedenen Regionen zeigte ausserdem, dass sich die Vorfahren asiatischer und europäischer Wildschweine bereits vor einer Million Jahren voneinander trennten. Demnach sind auch Hausschweinrassen im westlichen Eurasien und in Europa unabhängig voneinander entstanden.

Text: Dieter Kannengiesser; Foto: Markus P. Stähli

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