Glarnerland: Hohe Rotwildstrecke

· November 15, 2013

Zur diesjährigen Glarner Hochwildjagd vom 2. bis 16. September (ausgenommen Eidgenössischer Bettag) hatten sich 381 Jäger angemeldet. Die Rotwildstrecke war wiederum sehr hoch, die Gamsabschüsse waren weiterhin rückläufig.

Diesjährige Glarner Hochwildjagd Während der ersten Jagdwoche herrschte trockenes und warmes Wetter, während der zweiten dann, mehrheitlich wechselhafte und trübe Witterung. 381 Jäger (Vorjahr: 377) hatten das Jagdpatent gelöst, welches sowohl die Hoch- wie auch die Niederjagd beinhaltet. Zusätzlich wurden für die Hochjagd 27 (Vorjahr: 29) Jagdgäste durch diverse Patentnehmer eingeladen, welche zusammen, bei einer maximal möglichen Jagdzeit von drei Tagen, total 64 Jagdtage einlösten. Die Jagdmöglichkeiten des Gastjägers kosten pro Tag Fr. 100.– und erlauben den Abschuss von zwei Gämsen (Bock und Geiss oder zwei Geissen), drei Murmeltiere auf das Kontingent des einladenden Jägers und Rotwild unbeschränkt und ohne Kontingent und Abschusszahl.

Schlechtestes Resultat seit über 50 Jahren

Bei der Hauptwildart, unseren Gämsen, war bei den stabil tiefer bis leicht rückgängigen Beständen das schlechteste Resultat seit mehr als 50 Jahren, total 475 Stück (Vorjahr: 498, 2010: 489), zu erwarten. Die Jagdstrecke setzte sich wie folgt zusammen: 263 Böcke (Vorjahr: 283), 161 Geissen (Vorjahr: 175) und 51 Jährlinge (Vorjahr: 40). Das Geschlechterverhältnis des Abschusses betrug wie im Vorjahr 1,6 Bock zu einer Geiss.

Hoher Rotwildabschuss

Schon die von mir nie angezweifelten rekordhohen Frühjahrsbestände beim Rotwild liessen es erahnen und einen hohen Rotwildabschuss erhoffen. Dies ist dann tatsächlich auch eingetreten. Von der Jägerschaft wurden total 137 Stück Rotwild erlegt (Vorjahr: 81). Zur Strecke kamen 77 Stiere (Vorjahr: 56), 38 Kühe/Schmaltiere (Vorjahr: 17) und 22 Kälber (Vorjahr: 8). Damit wurde der geplante Abschuss von 200 Tieren wie immer und so auch erwartet auf der ordentlichen Hochwildjagd klar nicht erreicht. Deshalb sah der Regierungsrat schon in den heurigen Jagdvorschriften (auch wie immer) eine sogenannte Herbstjagd vor. Beginnend frühestens ab 1. November bis maximal Weihnachten, um das geplante Abschuss-Soll mit den noch fehlenden ca. 60 Stück Rotwild zu erreichen – hauptsächlich beim weiblichen und jungen Rotwild. Ergänzend kommen noch, die schon im September begonnenen und hie und da erfolgreichen Abschüsse (durch die Wildhut und unter Beizug eines Teils der Jägerschaft) in den eidgenössischen Jagdbanngebieten «Schilt» und «Freiberg Kärpf», dem ältesten Wildasyl (?) Europas von 1548, hinzu.

Murmeltierbestände stabil

Mit 70 erbeuteten Murmeltieren zeigt der getätigte Abschuss, gegenüber 77 aus dem Vorjahr, die sinkende Tendenz der ausübenden Jäger. Die Murmeltierbestände sind aber stabil. Das Wetter ist auch nicht dafür verantwortlich, schon eher der allgemeine Wohlstand, das fehlende Wissen um die Zubereitung des köstlichen Fleisches und evtl. die fehlenden Kochkünste der jungen Köche und Köchinnen…

Text: Mathias Oeler

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