Fuchsfelle unverkäuflich

· November 23, 2020

Fuchsfelle unverkäuflich

Seit Jahrzehnten kaufen die G. Neuenschwander Söhne AG und die Johann Hofstetter AG von der Jägerschaft Wildfelle für die Wiederverwertung. Nicht so diese Saison. Die Corona-Krise und das Erliegen des Pelzhandels hinterlassen ihre Spuren.

Markus P. Stähli

Rotfuchs-, Marder- und Dachsfelle werden in der Pelzmode weiterverarbeitet, Gams- und Hirschfelle sind in der Lederbranche begehrt. Der Rotfuchsbalg ist das mit Abstand am meisten gehandelte Fell. Leider können die G. Neuenschwander Söhne AG und die Johann Hofstetter AG auf dem Schweizer Markt nur mehr sehr geringe Mengen an Rotfuchsfellen absetzen. Der Verkauf auf den internationalen Märkten ist in den letzten Jahren ebenfalls immer schwieriger geworden. Handelserschwernisse und Überangebote liessen Rotfuchsfelle, ob roh oder zugerichtet, zum Ladenhüter werden. Die Preise fielen stetig, und in den letzten drei Jahren war es laut den Pelzhändlern praktisch unmöglich, Rotfuchsfelle auf den internationalen Märkten abzusetzen. Ihre Lager sind randvoll.

Corona und Pelzhandel
Die weltweit grassierende Corona-Pandemie macht auch vor dem internationalen Pelzhandel nicht halt. Er ist komplett zum Erliegen gekommen. Da auch in nächster Zukunft keine Erholung des Marktes zu erwarten ist, haben die G. Neuenschwander Söhne AG und die Johann Hofstetter AG entschieden, diese Saison keine Rotfuchsfelle zu kaufen. Die Firmen schreiben dazu: «Dieser Entscheid ist uns sehr schwergefallen, da unsere Firmen seit Jahrzehnten für Nachhaltigkeit und Wiederverwertung einheimischer Produkte einstehen. Selbstverständlich bleiben wir am Ball und werden weiterhin grösste Anstrengungen unternehmen, Rotfuchsfelle wieder verkaufen zu können.»

Auswirkungen auf Märkte
Die Corona-Pandemie und der eingebrochene Pelzhandel haben wenig überraschend auch Auswirkungen auf die traditionellen Schweizer Pelzfellmärkte. Bis Redaktionsschluss wurden die Märkte in Thun BE (30. Januar 2021), Glarus (6. Februar 2021), Sursee LU (9. Februar 2021) sowie Dinhard ZH (27. Februar 2021) bereits abgesagt. Weitere werden wohl folgen.

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