Ein Aargauer Kristall: «Rettet die jungen Wildtiere»

· November 24, 2012

Zum zweiten Mal hat die Stiftung «Wildtiere, Natur, Landschaft und Leben» in Kooperation mit dem Bauernverband Aargau, der Pro Natura Aargau und dem aargauischen Jagdschutzverein 2012 das Projekt «Rettet die jungen Wildtiere» lanciert.

Der Präsident des WNLL-Stiftungsrats, René Gyr (rechts) dankte allen, die sich - in welcher Form auch immer - aktiv für die Umsetzung des Projekts «Rettet die jungen Wildtiere» einsetzen. Neben ihm Andreas Villiger, Präsident des Bauernverbands Aargau.Rund 33 000 Hektaren oder etwa 53 Prozent der gesamten landwirt- schaftlichen Bodennutzung im Kanton Aargau werden als Kunst-, Naturwiese oder als Weiden bewirtschaftet. Diese Flächen sind wichtig für die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln. Sie stellen aber auch einen unab- dingbaren wichtigen Lebensraum für die Wildtiere in vielfältiger Form dar. Dieser Nutzungsdualismus muss sich nicht gegenseitig ausschliessen. Der Frühling beherbergt bekanntlich die Kinderstube der Natur. Kleine Insekten, Blindschleiche und Ringelnatter, junge Frösche und Kröten, aber auch die brütende Feldlerche, frisch geborene Feldhasen und Rehkitze finden in den Gras- und Heuwiesen ihren ersten, wichtigen Lebensraum.

Das Ziel, dass mit diesem für die Biodiversität hoch bedeutsamen Lebensraum sorgfältig umgegangen wird, ist das Kernanliegen der Stiftung. Das Mähen der Heuwiesen muss gut vorbereitet werden. Es sind geeignete technische und wirkungsvolle Verblendungs- massnahmen zu organisieren. Der ideale Zeitpunkt, die Höhe des Schnittes und die Mähtechnik (von innen nach aussen) schonen viele Kleinstlebewesen enorm. Geradezu optimal wäre die Anlage von Rückzugsstreifen, welche je nach Betriebsart auch direktzahlungsberechtigt sind. – Traditionell leisten die Aargauer Jagdgesellschaften den Landwirten in diesem Bereich schon seit vielen Jahrzehnten grosse Unterstützung.

Alleine geht es nicht

Mit den Projektpartnern (Aarg. Jagdschutzverein, Pro Natura Aargau, Bauernverband Aargau) wurde die Broschüre 2012 «Rettet die jungen Wildtiere» erarbeitet. Diese liegt nur in einer gekürzten Version vor. (Ausführliche Version auf www.wnll.ch)

Sowohl der Aargauische Jagdschutzverein als auch der Aargauer Bauernverband haben das Projekt intern in den Verbänden sehr beworben und zur Umsetzung empfohlen. Die Jungtierrettung hat sich zu einem der wichtigsten und wirksamsten Naturschutzprojekt im Kanton Aargau etabliert.

Hier einige Zahlen

Am Projekt beteiligt haben sich nahezu alle 210 Aargauer Jagdreviere mit über 1000 Funktionären. Die Broschüre wurde den rund 3500Aargauer Bauernfamilien persönlich von der örtlichen Jagdgesellschaft überbracht. So entsteht ein erster Kontakt zwischen Landwirten und Jägern. Daraus ergeben sich erste Absprachen über den möglichen Zeitpunkt der Mahd; es werden Verbindungen sichergestellt. Als Dank und Motivation für alle zahlreichen Beteiligtenwurde in der Broschüre ein Wettbewerb ausgeschrieben. Das Preisgeld von 2000 Franken wurde vom Aargauischen Jagdschutzverein gesponsert. Über 600 Teilnehmerkarten (imVorjahr 300) wurden retourniert. Auch dieser Umstand zeugt davon, dass sich das Projekt im Kanton Aargau weiter etabliert hat.

Blick in die Zukunft

Dieses Projekt ist ein wichtiges Aushängeschild für die Aargauer Jägerschaft und die Aargauer Landwirtschaft in der Öffentlichkeit und kann mit verhältnismässig geringem Aufwand zum Erfolg geführt werden. Dabei ist man primär auf das Verständnis der Landwirtschaft im Kanton Aargau angewiesen. Ziel ist und bleibt es auch künftig, im Kanton Aargau möglichst einen flächendeckenden Frühjahrs-Schutz für die jungen Wildtiere herbeizuführen.

Und dann kam die Glücksfee

WNLL-Geschäftsführer Thomas Laube informierte am Treffen in Lenzburg über die Aktivitäten der gemeinnützigen Stiftung.Am 30.Oktober lud die Stiftung «Wildtiere, Natur, Landschaft und Leben» ins Hotel Ochsen nach Lenzburg ein, wo WNLL-Geschäftsführer Thomas Laube und René Gyr, der Präsident des Stiftungsrats, über die oben erwähnten Aktivitäten informierten und primär allen Aktivisten dankten, welche für ihr Projekt Sympathien haben und diese auch in der Praxis tatsächlich umsetzen. Sei dies als Bauer oder Bäuerin, welche die Heuwiese als wichtigen Bestandteil der Biodiversität achten und respektieren. Aber auch den Funktionären der Jagdgesellschaften, welche die Kontakte zur Landwirtschaft herstellen und pflegen und mit dem Verblenden eine sehr wichtige Massnahme umsetzen. Gemeinsam leistet diese grosse Zahl von verantwortungsvollen Personen einen enormen Beitrag zum Schutz der jungen Wildtiere. Laube: «Sie sind buchstäblich das Herz unseres Projektes. » Ein Dank geht aber auch an die verschiedenen Sponsoren, ohne deren Unterstützung solche Projekte kaum zu finanzieren wären. Im Hotel Ochsen aber war dann am 30.Oktober Nicole Gyr als Glücksfee im Einsatz.Sie zog aus den eingesandten über 600 Wettbewerbs-Teilnehmerkarten folgende drei Preisgewinner: Jakob Graber aus Vordemwald gewann 1000 Franken, Tanja Mahrer aus Möhlin 600 und Rudolf Zulauf-Schädeli von Schinznach-Dorf 400 Franken.

Text: Arthur Dietiker

Filed under: Biologie & Jagdtechnik

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