Berner Polizisten werden zu Jägern

· September 24, 2013

Angefahrene Rehe landen nicht mehr auf den Tellern, sondern in der Verbrennung – weil der Kanton sparen muss.

Berner Polizisten werden zu JägernUm angefahrene Rehe kümmerte sich im Kanton Bern bis vor Kurzem der Wildhüter. Er gab dem Tier den Gnadenschuss und verkaufte dessen Fleisch an regionale Gaststätten. Doch damit ist seit einem Monat Schluss: Nun muss die Polizei ausrücken und zur Waffe greifen: «Wenn der im Einsatz stehende Polizist einen Fangschuss für nötig hält, hat er die Befugnis dazu», bestätigt Christoph Gnägi von der Kapo Bern.

Kanton will sparen

Mit den neuen Zuständigkeiten will der Kanton Bern die rund 5000 Überstunden einsparen, welche die Wildhüter jedes Jahr bei ihren Nachteinsätzen leisteten, berichtet Radio SRF. Zudem darf das Unfallwild neuerdings nicht mehr weiterverkauft werden, sondern landet direkt auf der Tierkadaverstelle. Bei vielen Berner Restaurants sorgt dies für Köpfschütteln: «Essbares Fleisch wird so unnötig verschwendet», ärgert sich etwa Ralph Beck vom Gasthof Löwen in Zimmerwald. Der Restaurantinhaber hält die neue Regelung deshalb für ethisch unvertretbar.

Wildhändler reiben sich die Hände

Weil das verhältnismässig günstige Fallwild nun nicht mehr verkauft werden darf, müssen Metzgereien und Restaurants für ihr Wild künftig tiefer in die Tasche greifen. Dies freut wiederum die Wildhändler: «Seit der neuen Regelung habe ich bis zu 15% mehr Anfragen», sagt Micha Hofer, der fachmännisch geschossenes Wild verkauft.

Quelle: http://www.20min.ch/schweiz/bern/story/23723752

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