Auf zu neuen Zielen!

· Juli 26, 2012

Karl LüöndMit dem Erlass der neuen eidgenössischen Jagdverordnung ist ein wichtiger Meilenstein gesetzt worden, auch in der jagdlichen Verbandsarbeit. Man darf mit Dank und Anerkennung vermerken, dass sich der junge Dachverband JagdSchweiz in diesem nicht einfachen Geschäft trotz eingeschränkter Mittel geschickt verhalten und insgesamt bewährt hat. Das Ergebnis lässt sich sehen und bestätigt, was wir hier seit Jahren sagen und schreiben: Es lohnt sich, politische Informations- und Beziehungsarbeit zu leisten. Sie ist in der Regel nicht hundertprozentig erfolgreich, aber sie bewegt die Dinge wenigstens in die richtige Richtung.

Der Dachverband JagdSchweiz geht insgesamt gestärkt aus dieser Auseinandersetzung hervor. Mit der auch in den eigenen Reihen nicht unbestrittenen «4GErklärung », einer gemeinsamen Plattform mit den Schutzorganisationen, ist ein Resultat erreicht worden, an das vor fünf Jahren noch niemand geglaubt hätte. Auch hier haben Geduld und Offenheit zu Ergebnissen geführt, die weder definitiv noch begeisternd sind, die aber die Arbeit und die Koexistenz mit den Schutzorganisationen in den nächsten Jahren erleichtern. Immerhin: Neben der Schutz- ist nun auch die Nutzfunktion im Zusammenhang mit Wald und Wild zur offiziellen Doktrin geworden. Auch daran hätte vor fünf Jahren noch niemand gedacht.

JagdSchweiz hat also die erste Bewährungsprobe bestanden, und das mit lausig wenig Mitteln. (Der «halbe Liter» pro Jäger/-in und Jahr wird noch immer nicht offeriert!) Dass der aufgeschlossene neue Geist dagegen wirklich in die Basis eingedrungen ist, zeigt das überraschend reichhaltige Ergebnis der Ausschreibung zum Hegepreis (J&N 6/12). Solche Ergebnisse sollten Mut machen für vernünftige Ziele und Forderungen – auch an die eigenen Leute!

Jetzt gilt es den Schwung auszunützen und neue Ziele in Angriff zu nehmen. In dieser Ausgabe berichten wir im «Sammelplatz » über zahlreiche Brevetierungsfeiern von Jungjägerinnen und Jungjägern. Schon lange fällt einem auf, dass in den einen Kantonen der Jägernachwuchs gerade ausreicht, um die natürlichen Abgänge auszugleichen, während in anderen Kantonen ein bescheidenes, aber solides Wachstum stattfindet.

Wäre es jetzt nicht an der Zeit, alle jagdlichen Kräfte in diesem Lande zu bündeln und das Nachwuchsproblem radikal, das heisst von den Wurzeln her anzugehen? Eine Werbekampagne allein kann nicht das Ziel, sondern höchstens eine von vielen Massnahmen sein. Jugend- und Frauenförderung gehören ebenfalls auf die Traktandenliste. Wir haben jetzt ein gemeinsames Lehrmittel, wir haben mit Sicherheit die Unterstützung der kantonalen Jagdinspektoren und des BAFU. Auch die kommerziellen Anbieter werden schon in ihrem eigenen Interesse nicht abseits stehen. Es braucht den entscheidenden Impuls, die zündende Idee und den fähigen Projektmanager.

Wer anders wäre berufen, auch in diesem Dossier den ersten Schuss abzugeben als JagdSchweiz? Der Dachverband hat inzwischen Erfahrung in Kampagnen. Die Neubesetzung der Geschäftsstelle ist eine Chance, auch personell die richtigen Weichen zu stellen. Und der «Neue Hegering» hat bewiesen, dass für ein überzeugendes Projekt auch das nötige Geld zu finden ist.

Worauf warten wir noch?

Mit Weidmannsheil und sehr herzlich

Ihr Karl Lüönd

Filed under: Jagd & Umwelt

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