Sonderausstellung «Grimms Tierleben» im Schloss Landshut

Märchenhaft berührt werden die Besuchenden von Schloss Landshut dieses Jahr in der neuen Sonderausstellung «Grimms Tierleben – Vom Wildgetier in Wald und Feld».

Viel Neues, Wissenswertes und Spannendes aus der Welt der Natur, der Wildtiere und der Jagd gibt es diesen Sommer und Herbst im Wasserschloss Landshut, idyllisch gelegen am Unterlauf der Emme, zu entdecken. Und mit der Sonderausstellung «Grimms Tierleben», wo wir im Zauberwald unseren einheimischen Wildtieren Auge in Auge gegenüberstehen und uns in ihre Welten entführen lassen, wird Landshut zum Märchenschloss für Klein und Gross!

Mit Bär, Fuchs, Kauz und Wolf Aug‘ in Aug’ und Ohr in Ohr
Der schlaue Fuchs, die kluge Eule, der böse Wolf – in den Märchen haben Wildtiere festgelegte Rollen und Eigenschaften, die unser Bild der jeweiligen Art bis heute prägen. Im verzauberten Wald der neuen Sonderausstellung des Schweizer Museum für Wild und Jagd begegnen wir zahlreichen, in den Märchen der Gebrüder Grimm vorkommenden, wilden Tieren und hören ihre Geschichten. Zehn der bei uns heimischen Wildtierarten sind in der Ausstellung als Präparate präsent. An den Tierstationen vernehmen wir ihre Märchen. Aber wir begeben uns auch ins Forschercamp, folgen den Spuren der «realen» hierzulande lebenden Wildtiere und entdecken, was die Wissenschaft Spannendes über sie in Erfahrung bringt. Die Sonderausstellung «Grimms Tierleben» ist zu sehen und zu hören bis 11. Oktober 2020 im Kornhaussaal des Schlosses.

Verstehen, wie Wildtiere sich verständlich machen
Die Rahmenveranstaltungen zur Sonderausstellung umfassen eine Serie von wild­ märchenhaften Tiergeschichten, gespielt von der Theatererzählerin Katharina Lienhard. Jeden Monat steht eine andere Wildtierart im Rampenlicht. Am 30. Juli demonstrieren Jäger, der mit dem Hegepreis 2018 ausgezeichneten Bündner Jagdsektion, wie die Rettung von in Wiesen abgelegten Rehkitzen mittels Drohnen vor sich geht, und an der Abendführung vom 27. August erfährt das Ton-affine Publikum, was für Töne und Laute bei der Jagd vernehmbar sind, wie sie erzeugt werden und was sie bedeuten.

Einige der programmierten Veranstaltungen mussten auf spätere Zeitpunkte verschoben werden. Für gültige Veranstaltungsdaten und Öffnungszeiten informieren Sie sich bitte in der Box, oder tagesaktuell via Website Schloss Landshut www.schlosslandshut.ch


Veranstaltungen auf Schloss Landshut Juli bis Oktober 2020

Berner Schlösser «Monat für Monat von Schloss zu Schloss» – 12. Juli
Schwester Grimms wildes Tierleben – ein Igel zum Kuscheln?
11 Uhr – Schloss
Die etwas andere Fabel von Bär, Hase, Maus, Igel, Wolf und Konsorten gespielt von der Theatererzählerin Katharina Lienhard.
Weitere Tiergeschichten am 23.8., 6.9. und 27.9.

Fadegrad fabuliert – Workshop Wildtier-Slam-Poetry und -Performance
mit Spoken Word Poet Valerio Moser.
13 Uhr – Schloss
Für Workshop-Reservation: landshut@nmbe.ch

Mit Emma, der Magd, durchs Schloss
14 Uhr – Schloss
Thematische Führung mit Maya Wüthrich, Schlossführerin

Brummende Retter – Rehkitzortung aus der Luft. Abendführung
30. Juli, 19.30 Uhr – Schlosspark, Festsaal
Vortrag und Drohnen-Demonstration mit Armon Schlegel, Jäger, Scuol

Schwester Grimms wildes Tierleben – wer kennt die Maus im Haus?
23. August, 11 Uhr – Schloss
Die etwas andere Fabel von Bär, Hase, Maus, Igel, Wolf und Konsorten gespielt von der Theatererzählerin Katharina Lienhard.

Tierlaute auf der Jagd – Abendführung
27. August, 19.30 Uhr – Schloss
Seit Urzeiten versuchen Jäger, das Wild mittels täuschend echter Rufe in ihre Nähe zu locken.
Rundgang und Vortrag mit Nadine Buri-Frank und Rolf Krähenbühl, Jäger und Jagdhornisten

Die Rückkehr der Wölfe – Open Air Filmsoirée
28. August, ca. 20.30 Uhr – Schlosshof
Ein Blick über die Grenzen zeigt, wie Menschen in anderen Ländern mit dem Wolf harmonisch leben. Dok-Film von Thomas Horat. Deutsch, ab 8 Jahren.
In Anwesenheit einer Fachperson aus der Filmequipe.

Ailos Reise – Open Air Filmsoirée
29. August, ca. 20.30 Uhr – Schlosshof
Wir begleiten ein neugeborenes Rentier durch sein erstes Lebensjahr im hohen Norden. Atemberaubende Bilder im Dok-Film von Guillaume Maidatchevsky. Deutsch, ab 6 Jahren. Reservation empfohlen: 031 350 72 88, landshut@nmbe.ch

Gross&böse, lieb&lustig – Tierisch wilde Kinderführung
6. September, 13 Uhr – Schloss, Kornhaussaal
Kinder führen Kinder durch die neue Sonderausstellung «Grimms Tierleben». Für Kids von 6 bis 16 J. Mit Schülerinnen und Schülern der Schule Fankhaus, und Julia Vögeli, STV Lehrerin und Jägerin

Europäische Tage des Denkmals 2020 – Wilde Tiere verdichten
13. September, 10 bis ca. 15 Uhr – Schloss
Lyrik-Atelier mit Meral Kureyshi, Dichterin und Autorin, Bern
Kurs: Fr. 30.–, Kinder Fr. 20.–, Anmeldung erforderlich an landshut@nmbe.ch

Rahmenveranstaltung zur Sonderausstellung «Grimms Tierleben»

Nächtliche Tierstimmen im Schlosspark und in der Wildstation – Abendführung
24. September, 19.30 Uhr, Schloss und Wildstation
Auf abendlicher Pirsch erfahren wir, was hier ruft oder raschelt. Mit Ramona Kunz, Tierpflegerin Stiftung Wildstation Landshut

Schweizer Schlössertag 2020
Essen – Manger – Mangiare
4. Oktober, 10 bis 17 Uhr – Schloss
Programm ab August auf www.schlosslandshut.ch oder www.dieschweizerschloesser.ch

«Es geht die Mär vom wilden Bär…, Lesung und Musik zum Saisonschluss
11. Oktober, 14.00 Uhr – Schloss
Finissage der Sonderausstellung «Grimms Tierleben» und Ausblicke auf die kommende Saison. Mit Jule Dermon, Chinderbuechlade Bern, Anna Hafer, Maya Wüthrich, Schweiz. Jagdbibliothek, Andreas Ryser, Konservator Schweizer Museum für Wild und Jagd sowie weiteren.

In der Schweizerischen Jagdbibliothek, im Gebäude beim Schlossaufgang, finden Sie eine umfangreiche Auswahl an Büchern und Zeitschriften über Wildtiere und die Jagd.
Geöffnet jeden Mittwochnachmittag, oder Voranmeldung: 032 665 14 82, info@jagdbibliothek.ch Online-Katalog von Büchern auf der Website: www.jagdbibliothek.ch

Stopp Tierleid: Freispruch für renitenten Landwirt

Ein Bauer aus Ganterschwil, bei dem sich wiederholt Wildtiere im mobilen Weidezaun verfangen haben, wurde vom Kantonsgericht im Berufungsverfahren freigesprochen. Zu Unrecht, findet Peter Weigelt vom Initiativkomitee «Stopp dem Tierleid». Die Initiative fordert klarere Regeln. Beim Bauernverband stösst sie auf wenig Rückhalt.

Das Kantonsgericht St. Gallen kippte am Montag, 8. Juni, ein Urteil der Vorinstanz: Das Kreisgericht Wil verurteilte vor einem Jahr einen Landwirt aus Ganterschwil zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 140 Franken und zu einer Busse von 420 Franken. Für die Richter damals war klar, dass der Bauer gegen das Gesetz verstossen hatte. Während mehr als einem Monat liess er im Frühherbst 2018 auf dem Gemeindegebiet von Bichwil einen flexiblen Weidemaschenzaun ungenutzt stehen. Am 13. Oktober 2018 fand der Wildhüter eine tote Rehgeiss, die sich im Zaun verheddert und sich dabei stranguliert hatte. Ein Jahr später nun, sprach das Kantonsgericht den (auch) wegen Tierquälerei mehrfach vorbestraften Bauern vollumfänglich frei.

Peter Weigelt, Präsident RevierJagd St. Gallen und Präsident des Initiativkomitees «Stopp dem Tierleid» regt sich auf: «Das Kantonsgericht hätte auch nach heute gültiger Rechtsgrundlage eine Handhabe gegen den Landwirt gehabt.» In der Tat hat Artikel 41 des «Gesetzes über die Jagd, den Schutz der wildlebenden Säugetiere und Vögel sowie deren Lebensräume» oder kurz «Jagdgesetz» folgenden Wortlaut: «Anlagen, insbesondere unnötige Zäune, werden verboten oder beseitigt, wenn sie den Lebensraum unverhältnismässig stören.» Vor dem Kantonsgericht sagte der Beschuldigte aus, dass sich bislang noch nie ein Tier in seinen Weidezäunen verfangen hätte. Da ist Weigelt ganz anderes zu Ohren gekommen: «Die Jäger in besagtem Revier sind sauer, wenn sie so etwas hören. Aus besagtem Zaun dieses Bauern haben sie schon mehrmals Tiere erlöst oder herausgeschnitten, wenn sie bereits verendet waren. Selbst der Wildhüter persönlich hat vor etwa drei Jahren einen Bock – zum Glück noch lebend – aus dem Zaun befreit.» Auch dass der Landwirt nichts von in seinem Zaun verfangen Wildtieren gewusst haben soll, stimme einfach nicht: «Die Jäger konfrontierten den Bauern jeweils mit dem Umstand und haben ihm wiederholt erklärt, dass er mit diesem Zaun vielbegangene Wildwechsel unterbreche.» Zudem sei auch der St.Galler Bauernverband über den renitenten Landwirt informiert worden, doch auch da sei nichts geschehen.

Die Volksinitiative «Stopp dem Tierleid» verlangt strengere und klarere Regeln: Neben dem totalen Verbot von Stacheldraht sollen mobile unbenutzte Weidezäune spätestens nach 14 Tagen wieder abgeräumt werden. Die Initiative geniesst in der St.Galler Bevölkerung viel Rückhalt. Innert kurzer Zeit wurde sie von 11’000 Menschen unterschrieben, nötig wären lediglich 6000 Unterschriften gewesen. Selbst der Regierungsrat hat sich hinter das Anliegen gestellt. Erst der Kantonsrat verpasste dem Anliegen anfangs Juni einen Dämpfer: Er schickte die Initiative zurück an den Regierungsrat – dieser soll einen Gegenvorschlag ausarbeiten. Gegenüber «Die Ostschweiz» äusserte sich GLP-Kantonsrat Andreas Bisig verärgert: Der CVP, FDP und SVP fehle der Mut, die Initiative einfach abzulehnen. Doch die Ausarbeitung eines Gegenvorschlags sei reine Zeitverschwendung und ende letztendlich in einem neu verpackten Status quo.

Weigelt ärgert sich aber nicht nur über das Kantonsgericht und den Kantonsrat, sondern auch über den Bauernverband: Die Verantwortlichen würden sich am Thema «Tierwohl» absolut desinteressiert zeigen. «Meine Anfrage beim Bauernverband um Mitfinanzierung von Drohnen für die Rehkitzrettung wurde mit Verweis auf unsere Initiative verweigert. Und dies, obschon Rehkitzrettung mit der Initiative rein gar nichts zu tun hat.»

Der St.Galler Regierungsrat hat nun ein Jahr Zeit, einen Gegenvorschlag zur Initiative «Stopp dem Tierleid» auszuarbeiten. Danach gelangt das Anliegen wieder in den Kantonsrat und dann höchstwahrscheinlich vors Stimmvolk. Eine für Weigelt viel zu lange Zeit, in der sich noch viele Wildtiere in den Weidezäunen unnötig verfangen und verenden können.

Text: Michel Bossart
Foto (zVg): Nicht nur Rehe und Hirsche verenden nach langem Todeskampf in Weidenetzen, auch Füchse oder Dachse und sogar Wildschweine.

Vor 100 Jahren: Comeback des Steinbocks

 

Um ein Haar wäre der Alpensteinbock für immer aus seiner einstigen Heimat verschwunden. In mehreren spektakulären Aktionen gelang es Wilderern und Schmugglern Anfang des letzten Jahrhunderts, insgesamt 59 Steinböcke in die Schweiz zu bringen. Nach erfolgreicher Züchtung wurden auch im Schweizerischen Nationalpark am 20. Juni 1920 erste Steinböcke wiederangesiedelt.

Nicht von ungefähr gilt der Alpensteinbock als König der Alpen. Seine Anpassung an den alpinen Lebensraum ist perfekt, seine Kletterkünste sind legendär und seine stoische Ruhe mitten im Schneesturm bewundernswert. Und trotzdem: Dieses Symbol für Kraft, Ausdauer und Lebenswillen ist um ein Haar vollständig vom Menschen ausgerottet worden. Ohne den mutigen Einsatz von ein paar Naturfreunden und – paradoxerweise – der Jagdleidenschaft der italienischen Könige würden heute kaum mehr Steinböcke unsere Berge beleben.

Am Rande der Ausrottung
Bereits im 16. Jahrhundert trugen die aufkommenden Feuerwaffen, ungünstige Witterungsbedingungen und die damit verbundenen Missernten zur intensiven Bejagung des Steinbocks bei. Zusätzlich drang der Mensch immer weiter in die Berggebiete vor. Wälder wurden gerodet und die Weideareale für die Haustiere engten den Lebensraum des Hochgebirgswildes immer mehr ein. Auch der Aberglaube spielte eine nicht zu unterschätzende Rolle. Fast jedem Körperteil wurde eine heilende Wirkung zugesprochen. Neben Blut, Knochenmark und Milz wurden die Hörner und die Bezoarkugeln sowie das sogenannte Herzkreuz verwendet. Dieser verhärtete Knorpel der Herzklappen sollte seinen Träger unverwundbar machen. Obwohl die Drei Bünde 1612 ein striktes Jagdverbot für den Steinbock verhängten, war dieser bereits um 1640 in Graubünden ausgerottet. 1809 wurde im Wallis der letzte Schweizer Steinbock erlegt.

Königlicher Schutz eine Sekunde vor zwölf
Im Gebiet des Gran Paradiso, zwischen dem Aostatal und dem Piemont, überlebten schliesslich die letzten Alpensteinböcke. Vittorio Emanuele II, der König von Italien, sorgte höchstpersönlich dafür, dass rigorose Schutzbestimmungen durch Wildhüter durchgesetzt wurden.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Bestrebungen, Steinböcke in weiteren Gebieten des Alpenraums wieder anzusiedeln. Da der italienische König keine Bereitschaft zeigte, der Schweiz Tiere für die Zucht zur Verfügung zu stellen, wurden Wilderer angeheuert, die ab 1906 unter Lebensgefahr Steinbockkitze aus dem Gran Paradiso in die Schweiz schmuggelten. Diese wurden im Tierpark Peter und Paul in St. Gallen aufgezogen und gezüchtet. Bald folgten erste Aussetzungen im Weisstannental und am Piz Ela, leider ohne Erfolg.

Steinböcke im jungen Nationalpark
Als nächstes rückte der neu gegründete Schweizerische Nationalpark (SNP) in den Fokus. Am 19. Juni 1920 trafen sieben Kisten mit Steinböcken in Zernez ein. Von der Blasmusik und einer grossen Menschenmenge wurden sie am Bahnhof empfangen. Am nächsten Morgen ging’s mit dem Pferdefuhrwerk weiter in Richtung Ova Spin und Piz Terza, wo die jungen Steinböcke in die Freiheit entlassen wurden.

Die noch junge Kolonie erlebte bereits nach einem Jahr einen Rückschlag. Zwei Böcke und zwei Geissen zogen in Richtung Livigno: Die Böcke wurden gewildert, die Geissen siedelten sich in der Folge am Piz Albris an. Sie gaben den Anstoss für die Gründung der Kolonie Albris. In den Jahren 1923, 1924 und 1926 erfolgten weitere Aussetzungen. Diesmal transportierte man die Tiere allerdings in die Val Cluozza.

Erfolgreiches Comeback
Die Rettung des Alpensteinbocks ist eine weltweit beispiellose Erfolgsgeschichte. Durch das beherzte Eingreifen einiger Visionäre konnte eine Tierart quasi eine Sekunde vor zwölf vor dem Aussterben bewahrt werden. Heute leben im SNP rund 300 Steinböcke, alpenweit dürften es ca. 40‘000 Tiere sein. Alle stammen sie von der Restpopulation im Jagdgebiet der italienischen Könige am Gran Paradiso ab. Das bedeutet, dass die genetische Vielfalt bei den heutigen Steinböcken gering ist. Wie sich dies in Zukunft auf die Population auswirken wird, ist noch nicht bekannt.

Foto: Schweizer Nationalpark

RWS Cup 2020 abgesagt!

Die RUAG Ammotec Schweiz AG muss den RWS Cup vom 20. Juni leider trotz zahlreicher Anmeldungen absagen. Trotz der momentanen Lockerung der Massnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus kommen die Veranstalter zum Schluss, dass diese nicht ausreichen, um den Wettkampf wunschgemäss durchzuführen. Es ist geplant, den RWS Cup nächstes Jahr durchzuführen. www.ruag-shop.ch

Aargau: Rehkitze vor dem Mähtod retten

Zusammen mit JAGDAARGAU organisiert die Stiftung Wildtiere Aargau seit vielen Jahren das Projekt «Rettet die jungen Wildtiere». Projektpartner sind der Bauernverband Aargau und Pro Natura Aargau.

Ziel des Projektes ist es, mittels geeigneter Massnahmen möglichst viele Rehkitze vor dem Mähtod zu retten. Dabei werden, neben den traditionellen Verblendungsmassnahmen, auch Drohnen zum Aufspüren der Rehkitze eingesetzt. Jäger und Landwirte sowie allenfalls Drohnenpiloten verständigen sich dabei jeweils über den Zeitpunkt der Mahd und die vorgängigen Schutzmassnahmen.

Wiesen, besonders Heuwiesen, bieten aber auch anderen Säugern – Feldhasen und Füchsen – oder bodenbrütenden Vögeln, Amphibien, Lurchen sowie zahlreichen Insekten einen Lebensraum. Auch hier bietet das Konzept des Projektes «Rettet die jungen Wildtiere» der Stiftung Wildtiere zahlreiche Tipps und Anregungen für einen zusätzlichen Schutz von Lebewesen. So etwa in der Form von Tipps zur Mährichtung und zur Höhe der Mähmesser.

«Jagd und Landwirtschaft engagieren sich für den zunehmend wichtigeren Schutz der Natur und der Wildtiere, Vögel und Insekten», stellt Thomas Laube fest. «In über 170 Jagdrevieren im Aargau engagieren sich mehr als 500 Jägerinnen und Jäger für das Herzensprojekt ‘Rettet die jungen Wildtiere‘. Es ist damit personell das grösste Naturschutzprojekt im Kanton Aargau in den Monaten Mai und Juni.»

Hunde an die Leine
«Eine ebenso wirksame Massnahme zum Schutz der Kinderstube der Natur im Frühling ist auch die Leinenpflicht für die Hunde im Wald und am Waldrand, die von April bis Juli gilt», so Thomas Laube. Grundsätzlich stellt er den Hundehalterinnen und Hundehaltern ein gutes Zeugnis aus. Leider aber sind in diesem Jahr unzählige Hinweis-Schilder auf die Leinenpflicht dem Vandalismus zum Opfer gefallen. Auch hier appelliert die Stiftung Wildtiere Aargau an alle Hundehaltenden, sich an die rechtliche Bestimmung zu halten. «Die Artenvielfalt in freier Natur, und somit ein gesunder Lebens- und Erholungsraum für Mensch und Tier, werden es danken», so Thomas Laube.

Foto: Thomas Bachmann

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