Abschussgesuch für die Regulierung des Beverinrudels

Foto: Markus P. Stähli

Auf einer Alp am Schamserberg ist es zwischen der Hirtin und Wölfen zu zwei gefährlichen Begegnungen gekommen. Das Amt für Jagd und Fischerei (AJF) hat nun beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) einen Antrag zur Regulation des Beverinrudels gestellt. Da auch das Vatertier wiederholt ein sehr problematisches Verhalten aufzeigt, wurde auch ein Abschuss dieses problematischen Elterntieres beantragt.

Auf einer Alp am Schamserberg ist es kürzlich zwischen der Hirtin und Wölfen zu zwei gefährlichen Begegnungen gekommen. Beim ersten Ereignis war die Hirtin zum Rekognoszieren einer Weidefläche mit dem Hirtenhund unterwegs, als ein Wolf sie von hinten auf einer Distanz von circa zehn Metern überraschte und anknurrte. Die Hirtin verhielt sich entsprechend den Empfehlungen des AJF und machte laut auf sich aufmerksam. Daraufhin entfernte sich das Wildtier. Eine Woche nach diesem Vorfall befand sich die Hirtin wiederum im selben Alpgebiet, als sie von drei Wölfen überrascht wurde. Sie griffen den Hirtenhund an und entfernten sich erneut erst, nachdem die Hirtin mit bestimmter Stimme auf sich aufmerksam gemacht hatte. Später am gleichen Tag beobachteten die Hirtin und zwei Bauern aus der Entfernung am Begegnungsort mindestens sechs Welpen sowie fünf ausgewachsene Wölfe. Da sich die Vorfälle im Streifgebiet des Beverinrudels ereignet haben, ist davon auszugehen, dass es sich um Wölfe des Beverinrudels handelt, das sich in diesem Jahr wieder reproduziert hat. Die Bevölkerung am Schamserberg macht sich grosse Sorgen um die Sicherheit von Mensch und Tier.

Antrag zur Regulation des Wolfsrudels eingereicht
Nach Einschätzung der kantonalen Wildhut handelt es sich um zwei plausible Darlegungen sehr problematischen Verhaltens von Wölfen mit dem Potential zur Gefährdung von Menschen gemäss Definition des Konzepts Wolf Schweiz. Das AJF hat wegen dieser beiden Ereignisse mit aggressivem Verhalten von Wölfen nun beim BAFU einen Antrag zur Bewilligung einer Regulation des Beverinrudels gestellt. Zudem ist im Streifgebiet des Beverinrudels auch die Schwelle der Anzahl gerissener Nutztiere in konform geschützten Schaf- und Ziegenherden erreicht. Auch dieser weitere Grund lässt gemäss Antrag des AJF eine Bewilligung des BAFU für eine Regulierung des Wolfsrudels zu. Hinzu kommt, dass das Vatertier des Beverinrudels schon wiederholt ein problematisches Verhalten aufgezeigt hat, weshalb zugleich eine Bewilligung für den Abschuss auch dieses Elterntieres beantragt wird. Es ist davon auszugehen, dass die drei während dieser Weidesaison verletzten Esel und zwei verletzten Rinder möglicherweise auch zu Lasten dieses Rudels gehen.

Besorgnis über aktuelle Entwicklung des Verhaltens der Wölfe
Die zuständigen Behörden des Kantons stellen besorgt fest, dass sich Wölfe vermehrt auch in Herden von Tieren der Rinder- und Pferdegattung wagen und in diesen auch Tiere zum Teil sehr stark verletzen. Dies entspricht im Vergleich zur Gefährdungs- und Schadensentwicklung bei Schafen und Geissen einer neuen, schwerer wiegenden Eingriffstiefe. Hinzu kommt, dass sich in den letzten Wochen erstmals auch gefährliche Begegnungen zwischen Menschen und Wölfen ereignet haben. Die Entwicklung der verschiedenartigen Wolfsereignisse zeigt auf, dass die gesetzlichen Vorgaben in den Bereichen Herdenschutz und Wolfsmanagement der sehr schnellen Wolfsentwicklung hinterherhinken. Die zuständigen Behörden des Kantons ersuchen den Bund mit Nachdruck, die einschlägigen Vorschriften zum Abschuss von Wölfen in schweren Fällen wie zum Beispiel bei einer Gefährdung von Menschen zeitnah und effektiv zu flexibilisieren.

Rehkitzrettung: Grosse Resonanz auf Foto-Aufruf

Die Rehkitzrettung – egal ob traditionell oder modern mit Drohne – ist eines jener Engagements von Jägerinnen und Jägern, das in der Öffentlichkeit stets positiv zur Kenntnis genommen und gewürdigt wird. Nach unserem Leseraufruf erreichten uns zahlreiche tolle Bilder, von denen wir im Heft und hier eine Auswahl zeigen. Ganz herzlichen Dank für euer wertvolles Engagement! (alle Fotos zVg)

Schwarzwild-Pirschseminare: jetzt anmelden

Kaum eine andere Wildart zieht Jäger so in ihren Bann wie unser heimisches Schwarzwild. Eine Sau in milchreifem Getreide oder im Raps auf wenige Meter Schussentfernung sicher vom Pirschstock aus zu erlegen, gehört zu den spannendsten Jagdarten überhaupt. Prowaidwerk.ch und JAGD&NATUR bieten diesen Sommer insgesamt sechs Pirschseminare in den Kantonen Aargau, Zürich und Thurgau an.

Weitere Informationen und Anmeldung (PDF)

Foto: Karl-Heinz Volkmar

30 Jahre Bartgeier: eine Erfolgsgeschichte


Vor 30 Jahren, am 5. Juni 1991, wurden die ersten Bartgeier im Schweizerischen Nationalpark ausgewildert. Damit begann die erfolgreiche Rückkehr des Bartgeiers in die Schweizer Alpen. Seither hat sich die Nationalparkregion zu einem Bartgeier-Hotspot entwickelt, sehr zur Freude der Einheimischen und Gäste. Auch in der restlichen Schweiz entwickelt sich der Bartgeierbestand dank des Wiederansiedlungsprogramms der Stiftung Pro Bartgeier sehr positiv.

Am 5. Juni 1991 war es soweit: Nach jahrelangen Vorbereitungen kamen mit Settschient, Moische und Margunet die ersten Bartgeier nach Zernez. Sie waren in Aufzuchtstationen in Wien und Berlin geschlüpft und als Junggeier bereit für die Auswilderung in der Val da Stabelchod im Schweizerischen Nationalpark (SNP). Das Interesse der Öffentlichkeit an diesem speziellen Ereignis war gross und es herrschte regelrechte Feststimmung. Ein stattlicher Tross interessierter Zeitzeugen begleitete die Parkwächter, welche die Vögel auf Tragräfs zu einer Felsnische hoch oben im Tal transportierten.

Eine Erfolgsgeschichte

Dies war der Anfang einer erfolgreichen Wiederansiedlung. Allerdings war zu Beginn des Projektes ungewiss, ob das Vorhaben tatsächlich gelingen würde. Denn früher hatte der Bartgeier einen schlechten Ruf: Er wurde als Lämmergeier verschrien und gnadenlos verfolgt. Da Bartgeier nur ein Küken pro Jahr aufziehen, schrumpfte die Population in den Alpen rasant. Der letzte dokumentierte Abschuss eines Bartgeiers im Jahr 1913 markiert die Ausrottung der Alpenpopulation. Fast hundert Jahre lang war der Bartgeier in den Alpen ausgerottet. Erst Dank eines aufwändigen internationalen Zucht- und Wiederansiedlungsprojekts fand er den Weg zurück in seine ursprüngliche Heimat.

Der Nationalpark bietet einen optimalen Lebensraum

Der SNP ist ein Wildnisgebiet, in dem die Natur sich selbst überlassen ist. Dementsprechend steht die Aussetzung von Tieren eigentlich im Widerspruch zu den Grundgedanken des Parks. Doch beim Bartgeier haben die Verantwortlichen des SNP – wie bereits 1920 beim Steinbock – eine Ausnahme gemacht. Ein wichtiges Argument war, dass der SNP mit seinem Schutzstatus und der vorhandenen Parkaufsicht Gewähr für eine erfolgreiche und sichere Auswilderung bot. Für den SNP war es der Beginn einer Geschichte, die bis heute spannend bleibt und für grosses Interesse in der Bevölkerung sorgt.

Bis 2007 wurden im SNP insgesamt 26 Bartgeier in die Freiheit entlassen. Parallel dazu erfolgten auch Auswilderungen in Italien im benachbarten Nationalpark Stilfserjoch. 2007 brütete das erste Bartgeierpaar im SNP erfolgreich in der Val Tantermozza. Mittlerweile sind es drei weitere Paare, die im Spöltal, in der Val Müschauns und in der Val Foraz regelmässig ihre Jungen aufziehen. Damit hat sich das bündnerisch-italienische Grenzgebiet zu einem eigentlichen Bartgeier-Hotspot entwickelt: Bis heute haben in dieser Region 23 Paare insgesamt 129 Küken aufgezogen, was 42 Prozent der alpenweit geschlüpften Jungtiere entspricht. Die Attraktivität dieser Region hat mehrere Gründe. Zum einen finden die Knochenfresser genügend Kadaver von Huftieren. Zum anderen bietet die Geologie mit den zerklüfteten Dolomitfelsen viele Möglichkeiten, Horste anzulegen. Und nicht zuletzt hat der Mensch eine positive Einstellung zum Bartgeier entwickelt. Was die Vögel hier sehr gut vor Abschüssen oder Vergiftungen schützt.

Weitere Auswilderungen helfen dem Bartgeier

Die Entwicklung der Bartgeierpopulation ist sehr erfreulich. Heute leben in den Alpen rund 300 Bartgeier und mittlerweile stammen die meisten Jungtiere aus Wildbruten. Allerdings ist die genetische Vielfalt im wieder angesiedelten Bestand noch sehr tief. Deshalb wildert die Stiftung Pro Bartgeier weiterhin Jungtiere aus. Seit 2015 finden diese Aktionen im Wildtierschutzgebiet Huetstock bei Melchsee-Frutt im Kanton Obwalden statt. Dieses Jahr erfolgt die Auswilderung von zwei Junggeiern aus dem internationalen Zuchtprogramm Ende Juni. Die zwei Jungtiere werden vom Team der Stiftung Pro Bartgeier mit Futter versorgt und sorgfältig überwacht, bis sie selbständig sind. Während des Sommers können sich Interessierte am Infostand der Stiftung Pro Bartgeier über das Projekt informieren und die Junggeier beobachten. Wer Bartgeier in der freien Wildbahn der Bündner Berge erleben will, hat im Schweizerischen Nationalpark gute Chancen, an einem schönen Tag einen der wunderbaren Vögel beobachten zu können.

In einem Interview erzählt Parkwächter Reto Strimer (61) von seinen Erlebnissen mit den Bartgeiern im Schweizerischen Nationalpark:

https://www.nationalpark.ch/de/flora-und-fauna/tiere/bartgeier/wiederansiedlung-bartgeier/

Foto: ©Schweizerischer Nationalpark/Hans Lozza

Neuer Online-Kurs von Hundeexperte Ueli Bärtschi

Wie wir unseren Jagdhund zum passionierten Bringselverweiser ausbilden können, verrät uns Hundeexperte Ueli Bärtschi. Und auch, wie wir von diesem Training dereinst bei der Suche nach ASP-Wildsauen profitieren könnten.

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