Zuchtschau für Alpenländische Dachsbracken

«Stopp-Tierleid-Initiative»: Über 11’000 Unterschriften gesammelt

Am 4. Februar 2019 wurde die Gesetzes-Initiative «Stopp dem Tierleid – gegen Zäune als Todesfallen für Wildtiere» Im Amtsblatt des Kantons St.Gallen publiziert. Damit startete die fünfmonatige Unterschriftensammlung zur Erreichung der geforderten 6’000 Unterschriften. Am 4. Juli 2019 übergab nun das Initiativkomitee der Staatskanzlei über 11’000 Unterschriften. Die Initianten werten diesen grossartigen Erfolg als überzeugenden Tatbeweis gegen unnötiges Tierleid im Kanton St.Gallen.

Seit Jahrzehnten kennt man das Problem. Unsachgemäss erstellte «Zäune» fordern allein im Kanton St.Gallen jährlich hundertfach Tod und Leid bei Wildtieren. Wer sich diesem Thema ernsthaft annimmt, spürt jedoch sofort, dass sich niemand dafür verantwortlich fühlt und wenn, dann wird nur über Bewilligungspflichten und Kompetenz gestritten. Solch bürokratische Diskussionen nützen der betroffenen Tierwelt jedoch nichts. Die St.Galler Jägerschaft hat sich deshalb mit Pro Natura und dem WWF zusammengeschlossen, um gemeinsam mit einer Gesetzesinitiative diesem unsäglichen Problem mit klaren und konsequenten Regelungen entgegenzutreten. Mit der Initiative «Stopp dem Tierleid – gegen Zäune als Todesfallen für Wildtiere» ist nun eine Lösung zustande gekommen, die sich konsequent am Tierwohl orientiert und gleichzeitig massvoll, verhältnismässig und vollziehbar ist.

Grosses Verständnis in allen Bevölkerungskreisen
Das Anliegen der Initiative wird von der Bevölkerung verstanden, so alt Nationalrat Peter Weigelt, Co-Präsident des Initiativekomitees: «Wir hatten für den Fall einer schleppenden Unterschriftensammlung diverse Sonderaktionen geplant. Davon mussten wir keine einzige aktivieren, die über 11’000 Unterschriften kamen ohne besondere Aktionen zusammen.» Dies sei, so Weigelt, ein klares und positives Signal für die anstehende Volksabstimmung, der man sehr motiviert und zuversichtlich entgegen sehe.

Dr. Christian Meienberger, Geschäftsführer Pro Natura St.Gallen-Appenzell und zugleich CoPräsident des Initiativkomitees sieht die kommende Volksabstimmung ebenfalls sehr optimistisch. «Die Unterschriftensammlung hat uns viele Gespräche mit der Bevölkerung ermöglicht. Dabei wurden wir ausnahmslos aufgefordert, unsere Bemühungen gegen unnötiges Tierleid konsequent durchzusetzen. Die Tatsache, dass wir bereits während der Unterschriftensammlung viele Spenden zu Gunsten der Initiative erhalten haben, ist für uns einmalig.»

Die Politik könnte nun rasch handeln
Angesichts all dieser klaren Fakten wäre es nun eigentlich an der Politik, die Anliegen der Initiative rasch umzusetzen, denn der Auftrag aus der Bevölkerung ist überdeutlich. Da es sich bei der «Stopp-Tierleid-Initiative» um eine Gesetzes-Initiative handelt, gibt es keine Interpretations- und Auslegediskussion. Die vorgeschlagenen gesetzlichen Bestimmungen sind ausformuliert und von der Kantonsregierung als zulässig erklärt worden.

«Sollte die Politik diesen Ball nicht aufnehmen, wird die «Stopp-Tierleid-Initiative» im Wahljahr 2020 ein interessantes Umfeld finden, um breit zu mobilisieren und das Tierwohl zu einem bedeutenden Thema machen», stellt Lukas Indermaur, Geschäftsführer WWF St.Gallen fest. Vor diesem Hintergrund sehe er die Volksabstimmung als grosse Chance für das Tierwohl, weit über die Wildtiere hinaus.

Schwarzwildgewöhnungsgatter – jetzt gehts los!

 

Am 5. Juli 2019 wird im zürcherischen Elgg das erste schweizerische Schwarzwildgewöhnungsgatter (SWGG) offiziell eröffnet.

Das SWGG dient dazu, Jagdhunde, die bei der Wildschweinjagd eingesetzt werden sollen, an das wehrhafte Schwarzwild (Wildschwein) heranzuführen und zu beurteilen, ob der Hund für diese Jagd geeignet ist. Das Ziel ist es, nur noch Hunde auf der Wildschweinjagd zu haben, die Schwarzwild gewohnt sind und sich entsprechend vorsichtig verhalten. Hunde, die zu aggressiv sind und sich selbst gefährden sowie diejenigen, die zu ängstlich sind, werden nicht zum Eignungsnachweis der Tauglichkeit für Wildschweinjagden zugelassen.

Das SWGG wurde im Frühjahr 2019 im Auftrag der kantonalen Jagd- und Fischereiverwalterkonferenz, des Bundes und der Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter auf dem Gelände der Familie Küpfer in Elgg erstellt. Bauherr ist die Jagdverwaltung des Kantons Zürich. Betrieben wird das SWGG durch den Betriebsverein, in welchem viele Jagdhunderasseklubs, Jagdorganisationen sowie verschiedene kantonale Jagdverwaltungen und Einzelmitglieder vertreten sind.

Seit April ist das SWGG von elf jungen Wildschweinen bevölkert, die sich sehr gut eingewöhnt haben. Ab Anfang Mai sind auch die ersten Hunde vorsichtig an die Wildschweine herangeführt worden, um diese an die Anwesenheit der Hunde zu gewöhnen. Inzwischen wissen sie schon sehr genau, was ein Hund ist und wie man ihm zu begegnen hat. Im Juni wurden die künftigen Gattermeister, die dann ab Juli zuständig für die Übungen mit den Hunden sein werden, im SWGG praktisch geschult. Später werden dann auch noch die Leistungsrichter der Rasseklubs für ihre verantwortungsvollen Aufgaben eingearbeitet. Sie werden dann zuständig für die Beurteilung der Hunde beim Erlangen der Eignungsnachweise im SWGG sein.

Damit sind die Voraussetzungen für den ordentlichen Betrieb des SWGG gegeben. Der Betriebsverein freut sich deshalb sehr, das SWGG am 5. Juli 2019 eröffnen zu dürfen und damit ein Vorhaben, das 2012 mit einer Teilrevision der Bundesverordnung über die Jagd begonnen hat, zum Erfolg zu führen.

Das Reservationssystem für Übungstermine steht per 22. Juni auf www.swgg.ch zur Verfügung.

Mit der Eröffnung des SWGG sind also die notwendigen Verbesserungen im Hinblick auf die bisherigen Auseinandersetzungen zwischen Tierschutz und Jagd zu einem wichtigen Zwischenziel gebracht worden.

Der Präsident SWGG
Jean A. Vuilleumier

Der Vizepräsident SWGG
Hansjörg Blankenhorn

Buch «Passion – Bilder von der Jagd»

2019 feiert das Bünder Kunstmuseum Chur sein hundertjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass widmet es dem Thema Jagd eine grosse Ausstellung und ein umfassendes, reich illustriertes Katalog-Buch.

In Graubünden ist die Jagd eine öffentliche Angelegenheit und Gegenstand passionierter Debatten wie nirgendwo sonst in der Schweiz. Nun nimmt das Bündner Kunstmuseum zur Feier seines hundertjährigen Bestehens das Thema auf und widmet dem Weidwerk eine grosse Ausstellung und eine umfassende Publikation. Ausstellung und Buch greifen indessen weit über Graubünden hinaus.

Jagd als weltweit betriebene Kulturpraxis bedeutete schon immer viel mehr als die blosse Beschaffung von Nahrung oder die Abwehr von Nahrungskonkurrenten. Und sie steht sozusagen am Anfang der Kunst: jagdbare Tiere gehörten bekanntlich zu den ersten Motiven von Malerei und Skulptur.

Das reich illustrierte Buch Passion. Bilder von der Jagd denkt in einer Reihe von Essays über Jagd, Jäger und Gejagte nach, wie sie von der Antike bis zum «Animal Turn» der Gegenwart wahrgenommen und dargestellt werden. Es thematisiert den mythologischen Überbau von Artemis und Diana bis zum heiligen Hubertus. Sie spürt dem Zusammengehen von Eros und Thanatos nach, zeigt die Jagd als Bühne der Macht, illustriert die Bedeutung von Trophäen und fragt nach der Wildnis als Sehnsuchtsort. Und weil Jagd immer auch Erzählung ist, versammelt das Buch neben kunst- und kulturhistorischen Essays Jagdszenen aus der Feder grosser Schriftsteller von Camus, Gotthelf, Inglin, Maupassant und Pagnol bis zu Tolstoi, Tuor und Turgenev.

Ausstellung:
22. Juni bis 27. Oktober 2019
Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr, Mo geschlossen
Begleitprogramm: www.buendner-kunstmuseum.ch

Katalogbuch:
Passion. Bilder von der Jagd.
Herausgegeben von Peter Egloff und Stephan Kunz.
Mit Beiträgen von Claude d’Anthenaise, Hans-Jörg Blankenhorn, Roland Borgards, Elisabeth Bronfen, Peter Egloff, Ursula Pia Jauch, Stephan Kunz, Maurice Saβ, Jessica Ullrich.
Verlag Scheidegger & Spiess, ca. 320 Seiten mit zahlreichen Illustrationen. Ca. CHF 49.–
Erscheint Mitte Juni.

Foto: Tod des Aktaion, Skyphos aus Paestum, 370 v.Chr., Badisches Landesmuseum Karlsruhe (zVg)

2018: Armee beseitigt 352 Blindgänger

Die Blindgängermeldezentrale der Schweizer Armee hat im letzten Jahr aufgrund von 631 Meldungen 352 Blindgänger beseitigt. Damit ist die Zahl der Blindgänger-Beseitigungen angestiegen.

Im Jahr 2018 sind bei der Blindgängermeldezentrale der Armee 631 Meldungen eingegangen. Diese führten zur Beseitigung von 2128 Objekten, wovon knapp 17 Prozent effektiv Blindgänger waren (352 Objekte). In 18 Prozent der Fälle ging es um Fundmunition (384 Objekte) und in 65 Prozent um Munitionsschrott (1392 Objekte). Die Zahl der Blindgängermeldungen ist in den vergangenen Jahren plus/minus stabil geblieben, die Zahl der beseitigten Blindgänger hingegen hat in den letzten zwei Jahren zugenommen. Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Mögliche Ursachen sind die milden Wetterbedingungen, welche mehr Outdoor-Tätigkeiten und mehr Munitionsfunde zur Folge haben. Ebenfalls kommen Munitionsrückstände im Rahmen der Gletscherschmelze zum Vorschein. Dies kann auch eine mögliche Ursache für die tendenziell wachsenden Zahlen an Munitionsschrott sein.

78 Prozent der Meldungen gingen von Zivilen ein, 12 Prozent von der Truppe und zehn Prozent von der Polizei. Aus den Kantonen Bern, Graubünden, St. Gallen und Wallis wurde die Blindgängermeldezentrale am häufigsten kontaktiert mit 69, 41, 41 resp. 38 Meldungen.

Die Blindgängermeldezentrale ist Teil des Kommandos für Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung, welches verschiedene Aufgaben in der Schweiz wahrnimmt, aber auch in militärischen und humanitären Einsätzen im Ausland engagiert ist. Die Aufgaben in der Schweiz umfassen nebst der Bearbeitung der Blindgängermeldungen auch regelmässig stattfindende Aufräumaktionen auf Schiessplätzen und in Zielgebieten der Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit den Territorialdivisionen und weiteren Partnern. Dort wurden vergangenes Jahr bei vier Räumungsaktionen 33 Tonnen Munitionsschrott abgeführt und 66 Blindgänger beseitigt. Die Menge des dabei beseitigten Munitionsschrotts ist angestiegen, was neben den bereits erwähnten Gründen auch mit einer Zunahme von Baustellen und Sanierungen auf ehemaligen Schiessplätzen zu tun haben kann.

Wer auf ein verdächtiges Objekt stösst, soll es keinesfalls berühren, sondern das Objekt im Gelände gut sichtbar markieren und die Polizei über Telefon 117 verständigen oder den Fund via Formular unter www.armee.ch/blindgaenger der Blindgängermeldezentrale melden. Noch einfacher geht es mit der Blindgänger-App, welche Sie für iPhone und Android-Geräte kostenlos in den gängigen App-Stores unter «Blindgänger» herunterladen können. Gemäss der VBS-Weisung über die Verhütung von Unfällen durch Blindgänger kann Privatpersonen eine Prämie von bis zu 100 Franken ausgerichtet werden, wenn durch die Meldung ein Unfall verhütet werden kann. Im Jahr 2018 wurden dafür 9’650 Franken ausbezahlt.

Weiterführende Informationen:
Statistik 2018 auf der Webseite der Blindgängermeldezentrale

Foto: zVg

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