Aktion Leinenpflicht kam gut an

· September 19, 2017

flyer_a-de-leine«A de Leine isch er en Feine» – Jäger und Hündeler engagieren sich für den Wildtierschutz.

Es ist nicht oft der Fall, dass sich private Organisationen für die Durchsetzung öffentlich-rechtlicher Bestimmungen, wie der Hundeleinenpflicht im Wald und am Waldrand vom April bis Juli, einsetzen. Grundsätzlich ist der Kanton für die Durchsetzung seiner Anordnungen selber zuständig. Um den Wildtieren in den Aargauer Wälder und an Waldrändern mehr Ruhe zu ermöglichen, sind dieses Jahr aber zwei direkt involvierte Organisationen aktiv geworden: Die Jäger durch Jagd Aargau und die Hündeler, durch den Kantonalverband der Aargauer Kynologen (KVAK).

Leinenpflicht: Sinnvoll und nötig
«Wald und Waldrand sind im Frühling die Kinderstube in der Natur», gibt Thomas Laube, Vizepräsident von JagdAargau, zu bedenken. «Wildtiere und Vögel bringen ihre Jungen auf die Welt. In der heiklen Phase der Geburt und Aufzucht benötigen diese möglichst viel Schutz vor Störungen. Gemäss der Aargauer Jagdverordnung sind daher Hunde vom 1. April bis 31. Juli im Wald und am Waldrand an der Leine zu führen. Diese Vorschrift ist nötig und sinnvoll.»

In der Vergangenheit ist diese gesetzliche Vorschrift bei vielen Hundehaltenden allerdings nicht gut angekommen. Zu oft wurde sie missachtet. Um diese Situation zu verbessern, starteten JagdAargau, der Verband der Aargauer Jägerinnen und Jäger, und der Kantonalverband der Aargauer Kynologen ein gemeinsames Projekt. Mit sympathischen, farbigen Hinweistafeln an den Waldrändern und mit gleichartig gestalteten Flyern wurden die Hundehaltenden auf die wichtige Bestimmung der Leinenpflicht aufmerksam gemacht. Zwölf einfache Regeln auf dem informativen Flyer helfen Hundehalterinnen und Hundehaltern generell, ihren Beitrag zum aktiven Schutz der Wildtiere und der Natur zu leisten.

Erfreuliche Resonanz
Ende Juli entfiel die Leinenpflicht im Wald und an den Waldrändern. JagdAargau stellt aufgrund der Rückmeldungen zahlreicher Jagdgesellschaften und Jagdaufseher fest, dass die neuen Hinweistafeln bei den Hundehaltenden gut angekommen sind. «Es konnten sehr viel weniger nicht angeleinte Hunde festgestellt werden», stellt Thomas Laube fest. «Offensichtlich haben die Hundehaltenden den Sinn der Leinenpflicht begriffen und sie akzeptiert.» Nur wenige nicht Belehrbare seien noch unterwegs gewesen. Um diese zur Raison zu bringen, werden 2018 Polizei- und Jagdaufsichtsorgane gemeinsame Kontrollen in den Wäldern durchführen.

«Im vergangenen Jahr waren wir erstaunt, wie viele Hundehalter von der Leinenpflicht scheinbar noch nie etwas gehört hatten», sagt Peter Bieri, der Präsident des KVAK. «Genau da hat die Aktion von JagdAargau und KVAK eingehakt. Im Wissen, dass jeder Hundehalter grundsätzlich ein tierliebender Mensch ist und ihm nie in den Sinn käme, einem Wildtier Schaden zuzufügen, haben wir darauf aufmerksam gemacht, dass der vierbeinige Begleiter an der Leine besser aufgehoben ist. Wir sind hoch erfreut, welche Resonanz die Aktion unter den Hundehaltern ausgelöst hat. Konnten wir doch dieses Jahr eine viel bessere Einhaltung der Leinenpflicht beobachten.» Zwar stelle die Leinenpflicht für Hundehalter eine zusätzliche Einschränkung dar, sagt Peter Bieri. Der KVAK sei jedoch überzeugt, dass die Leinenpflicht im Wald in den vier Monaten viel dazu beitrage, dass die Kinderstuben unserer wild lebenden Tiere weniger gestört würden.

Keine grenzenlose Freiheit für Hunde
«Seit dem 1. August ist die Leinenpflicht im Wald wieder aufgehoben», betont Peter Bieri. «Dies bedeutet aber nicht, dass unsere Hunde frei durch den Wald laufen dürfen. Sie müssen gemäss den Bestimmungen der Jagdverordnung auf Waldstrassen oder am Waldrand auch im restlichen Jahr unter Aufsicht und auf abrufbarer Distanz geführt werden. Jeder Hundehalter weiss am besten, welche Distanz dies bei seinem Hund ist.»

Auskunftsperson JagdAargau: Thomas Laube, Vizepräsident, 079 473 23 45
Auskunftsperson KVAK: Peter Bieri, Präsident, 079 358 63 06

Filed under: News

-->