Agrarpolitik 2014–2017: Engagement für Biodiversität stärken

· September 24, 2012

Die Landwirtschaftspolitik hat unmittelbare Auswirkungen auf die Jagd. JagdSchweiz-Präsident Hanspeter Egli plädiert für eine Stärkung der Ausrichtung der Direktzahlungen auf eine ökologische Bewirtschaftung – aber mit Augenmass.

Die Ausgaben des Bundes für die Agrarpolitik machen rund 25 Prozent des Gesamtertrages der Landwirtschaft aus. Davon wird der grösste Teil als Direktzahlungen an die Bauernbetriebe ausgerichtet. Die Direktzahlungen sind zu einem tragenden Teil des Einkommens der Bauern geworden. Dies soll auch in Zukunft so bleiben. Die Botschaft des Bundesrates schlägt dem Parlament für die Jahre 2014 bis 2017 einen Zahlungsrahmen von jährlich 3,4 Milliarden Franken vor.

Das politische Verfahren der Rahmenkredite führt dazu, dass wir alle vier Jahre darüber diskutieren, an welche Bedingungen die Ausrichtung der Direktzahlungen geknüpft werden und welche zusätzlichen Vorschriften den Bauern zugemutet werden sollen. Wenn man die Ergebnisse der Vernehmlassung betrachtet, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Der Bauer braucht aber, wie jeder Unternehmer, Kontinuität in den Rahmenbedingungen. Die Spielregeln können nicht alle vier Jahre geändert werden.

Die sichere und wettbewerbsfähige Nahrungsmittelproduktion und -versorgung muss das wichtigste Ziel bleiben. Dass dabei dem sorgfältigen und effizienten Umgang mit den Ressourcen, aber auch der Attraktivität des ländlichen Raumes hohe Priorität zukommt, scheint selbstverständlich. In welcher Intensität diese Rahmenbedingen gesetzt werden sollen, darüber wird aber einmal mehr heftig gestritten.

Die Jagd und deren Umfeld sind eng mit der Landwirtschaft verbunden. Die Bewirtschaftung des Kulturlandes beeinflusst die Lebensräume wildlebender Tiere in entscheidendem Ausmass. Gerade die mit der Ausrichtung der Direktzahlungen verbundenen Vorschriften, wie zum Beispiel Ökoflächen, haben in den letzten Jahren grosse Verbesserungen gebracht. Wir Jäger sehen diese Verbesserungen und anerkennen die Leistungen der Landwirtschaft. Vielerorts arbeiten Bauern und Jäger gemeinsam an der Pflege oder der Schaffung von neuen vielfältigen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen.

Zahlreiche für den Hegepreis eingereichte Projekte stellen dies unter Beweis. In diesem Sinne unterstützen wir die Vorlage des Bundesrates, die der Biodiversität ein stärkeres Gewicht beimisst. Von extremen Forderungen dagegen halten wir wenig, Ökologie und produzierende Landwirtschaft müssen sich ergänzen und nicht ausschliessen. Die stärkere Gewichtung der Beiträge zur Offenhaltung der Kulturlandschaft, der Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt und zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen stellen nicht nur gemeinwirtschaftliche Leistungen dar, sondern dienen auch der langfristigen Sicherung der Produktionsgrundlagen und dem Absatz naturnah produzierter Produkte.

Wir hoffen, dass das Parlament diesen Kurs unterstützt, die Vorlage nicht verwässert, aber auch dafür sorgt, dass der Landwirtschaft nicht unerfüllbare Vorschriften zugemutet werden. Unternehmerische Bauern, denen die nachhaltige Bewirtschaftung ihres Kulturlandes wichtig ist, sollen auch in Zukunft ein angemessenes Einkommen erwirtschaften können.

Hanspeter Egli
Präsident JagdSchweiz

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