Aargauer Jagdhunde lernen deutsche Wildschweine kennen

· Mai 16, 2017

773_7377“Die Bundesjagdverordnung (JSV) hat das Ziel, eine tierschutzgerechte Jagd sicherzustellen, und weist die Kantone an, unter anderem die Ausbildung und den Einsatz der Jagdhunde auf der Schwarzwildjagd zu regeln“, stellt Thomas Laube (Vizepräsident JAGDAARGAU) fest. „Die Kantonale Jagdverordnung (AJSV) zielt in die gleiche Richtung, indem sie zum Stöbern und für die Nachsuche, insbesondere auch für Schwarzwild, nur geeignete und eingeübte Hunde zulassen will. Doch wie kann man diese sinnvollen Vorschriften in der Praxis umsetzen, nachdem bis jetzt geeignete Anlagen fehlen?“

Auch Jagd Schweiz hält zum Vollzug der Jagdhundeausbildung fest: „Am 15. Juli 2017 läuft die Zeit für die Einführung der Prüfungen für Vorstehen und Apportieren, die Baujagd und die Jagd auf Wildschweine ab. Obwohl die entsprechenden Reglemente vorliegen und in den kantonalen Verordnungen verankert sind, ist eine praktische Durchführung der entsprechenden Ausbildungen und Prüfungen auf absehbare Zeit in der Schweiz nicht möglich.“

Ausbildung in Deutschland

Die Ausbildung der Hunde, die bei der Jagd auf Schwarzwild eingesetzt werden, erfolgt idealerweise im so genannten Schwarzwildgatter. „Jagdhunde“, so Thomas Laube, „sammeln im Schwarzwildgewöhnungsgatter Erfahrungen mit Wildschweinen und lernen deren Wehrhaftigkeit kennen. Der Hundeführer hat die Möglichkeit, das Verhalten seines Hundes anzupassen und somit den Hund – und auch das Schwarzwild – vor Verletzungen zu schützen. Die Hunde offenbaren bei den Begegnungen mit den Sauen ihre Reizschwelle, laut zu jagen. Das Wissen über den Laut des Hundes ist für die Verwendung auf der Jagd von grundsätzlicher Bedeutung. In der Schweiz ist jedoch bis zum heutigen Zeitpunkt kein solches Schwarzwildgatter in Betrieb genommen worden.“

JAGDAARGAU macht jetzt, durch die Zusammenarbeit mit der Schwarzwildgewöhnungs-Gatter Altmühltal e.V., den ersten Schritt zur Lösung des Problems – zumindest für jene Hunde, die auf der Schwarzwildjad eingesetzt werden. Die Schwarzwildgewöhnungs-Gatter Altmühltal e.V. (www.schwarzwildgatter-altmuehltal.de) betreibt zwischen Hofstetten und Gungolding, in der Nähe von Ingolstadt, eine Anlage, die eine Gesamtgrösse von ca. 7 Hektaren aufweist und somit den Wildschweinen ausreichend Lebensraum und Ruhezonen bietet. Die Bauweise des Schwarzwildgewöhnungsgatters entspricht den Kriterien der „Kompetenzgruppe Schwarzwild“ sowie den Vorgaben des Tierschutzes und wurde in Abstimmung mit dem Veterinäramt des Landkreises Eichstätt und den zuständigen Ministerien konzipiert.

Das Gatter ist unterteilt in ein Ruhegatter, das allein den Sauen vorbehalten ist und zwei Arbeitsgatter, in denen die Hundearbeit stattfindet. Die Betreuung des Schwarzwildgatters erfolgt ganzjährig durch geschulte Gattermeister. Diese achten auf die Einhaltung der Tierschutzbestimmungen. Das Betreten der Anlage ist nur den autorisierten Personen und den angemeldeten Hundeführern gestattet.

Die Kosten betragen gegenwärtig 30 Euro pro Tag und Hund. JAGDAARGAU, erstattet allen Hundeführenden, die Mitglied bei JAGDAARGAU/AJV sind, diese Kosten zurück.

Foto: Markus P. Stähli

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