40. IWA 2013

· März 26, 2013

Vom 8. bis 11. März 2013 hat sich die gesamte Branche wieder auf der IWA & OutdoorClassics in Nürnberg getroffen, um die Trends im Jagd- und Outdoorbereich zu präsentieren. Die 40. Ausgabe des Messeklassikers wartete mit Rekorden auf und zeigte sich grösser, bunter und attraktiver denn je.

40. IWA 2013

Mit 1207 Ausstellern und mehr als 38 000 Fachbesuchern aus über 100 Ländern hat sich die Jubiläumsausgabe der IWA nochmals vergrössern können. Neben den klassischen Bereichen für Jagd, Freizeit und Sport wird der Anteil an Behörden- und Sicherheitsausstattungen von Jahr zu Jahr grösser. Das steigende Sicherheitsbedürfnis in der Bevölkerung ist hier zweifellos die treibende Kraft.

Tradition und Moderne

Die Jagd ist eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Die Jägerschaft pflegt nicht nur ein Hobby, vielmehr leistet sie einen wertvollen, unverzichtbaren Beitrag für unser gesamtes Gemeinwesen. Die Jagd erfordert ein hohes ethisches Verantwortungsbewusstsein. Dazu gehört selbstverständlich auch, dass man sie mit einer qualitativ einwandfreien und verlässlichen Ausrüstung ausübt.

Die heute vielfältigen Jagdsituationen und -arten stellen die unterschiedlichsten Anforderungen an Waffe und Ausrüstung. Wohl ist die Jagd in ihrem Kern in den letzten Jahrzehnten dieselbe geblieben. Was sich jedoch grundlegend geändert hat, sind die verwendeten Gerätschaften und Ausrüstungsgegenstände. Innovation und Technologie halten immer mehr im Alltag des Jägers Einzug. Leichtere Materialien, mehr Komfort, optimierte Funktionalität: Diese drei Trends waren an der diesjährigen IWA durchs Band festzustellen.

Optik für Tag und Nacht

Buchstäblich einen Quantensprung hat im vergangenen Jahrzehnt die Optik erlebt. Neue Vergütungen ergeben hohe Lichtdurchlässigkeit und überragende Bildschärfe bis in den Randbereich. Dies gilt sowohl für die Zielfernrohre als auch für die Ferngläser und Spektive. In diesem Marktsegment werden jedoch nicht nur Jäger angesprochen. Zusammen mit Naturliebhabern, Sportlern, Ornithologen und sonstigen Tierbeobachtern ergibt sich für die Optikindustrie eine riesige Käuferschicht.

Das Überraschungsmoment an der diesjährigen IWA gelang der Firma Leica. Mit dem neuen Geovid HD-B, samt integriertem Ballistiksystem mit Speichermöglichkeiten und kompakter Bauweise, zeigte sie eine beeindruckende neue Kombination von Fernglas und Entfernungsmesser. Auch die grossen Hersteller Swarovski und Zeiss überzeugten mit modularen Teleskopen, neuen Ferngläsern, zusätzlichen Absehen und weiterentwickelten Produktelinien.

Nicht aufzuhalten scheint die Entwicklung von immer besseren und leistungsfähigeren Nachtsicht und -zielgeräten. Hier scheint ein wahres «Hochrüsten » im Gange zu sein. Fragt sich bloss, ob das Gros der Jäger diese Entwicklung mitmachen will und wird. Eine ähnliche Situation ist bei den sogenannten Wildkameras zu beobachten. Hier gibt es inzwischen Geräte für jedes Budget und in jeder nur erdenklichen Art und Funktion. Die neuen Nachtsichttechniken und die immer sensibleren und raffinierteren Wildkameras werden die Jagd, wie wir sie heute kennen, in den nächsten Jahren spürbar verändern.

Neues aus den Waffenschmieden

Die Waffe. Sie ist und bleibt wichtigster Ausrüstungsgegenstand des Jägers. Die Auswahl und Vielfalt der an der IWA gezeigten Büchsen, Flinten und Kurzwaffen schien kaum Grenzen zu kennen. Neben der traditionellen Jagdwaffe mit edlem Holzschaft favorisieren immer mehr Jägerinnen und Jäger, im Speziellen die jüngere Generation, Schäfte aus hochwertigen Kunststoffen. Gleichberechtigt neben allem Modernen haben sich an der Fachmesse auch traditionelle Büchsenmacher, Schäfter und Graveure in Szene gesetzt. Auf Kundenwunsch erstellen sie individuelle Waffen von höchster Qualität aus edelsten Materialien. Die Ausstellungsgegenstände dieser herkömmlichen Hersteller bilden seit dem Beginn der IWA vor vierzig Jahren einen der Kernbereiche. An der Messe vertreten waren denn auch alle Produzenten, die in dieser Branche Rang und Namen haben. Gar mancher Hersteller darf sich stolz Hoflieferant nennen.

Die Waffenmanufakturen, allen voran die deutschen Produzenten, überraschten einmal mehr mit neuen, innovativen Büchsenkonzepten. Blaser zeigte als Weltneuheit einen Stutzen mit Synthetiklochschaft, Sauer und Mauser stellten zweiführige, preiswerte Repetierer vor. Die ersten zu diesen Langwaffen gewonnenen Eindrücke sind vielversprechend. JAGD & NATUR wird die Waff en in den kommenden Monaten in der Praxis ausgiebig testen und anschliessend über die gesammelten Erfahrungen berichten.

Gut Schuss!

Bereits seit Jahren wird über die Verwendung bleifreier Geschosskonstruktionen diskutiert. Die Thematik ist in aller Munde. Sie verlangt den Konstrukteuren und Ballistikern ein beachtliches Engagement ab und manches Streitgespräch entzündet sich zwischen Befürwortern und Kritikern dieser Entwicklung. Dem Laien, der gerne Wildbret geniesst, mag dieser Problemkreis recht einfach erscheinen: Man nimmt – oberflächlich betrachtet – an, dass die Jägerschaft einfach auf die mit der Bleiproblematik nicht behafteten, neuen bleifreien Geschosskonstruktionen umstellen kann und so das Nahrungsmittel Wildbret möglichst frei von toxischen Rückständen auf den Teller kommt. In der Praxis ist das Ganze jedoch weitaus vielschichtiger und anspruchsvoller… Die namhaften Hersteller verfügen inzwischen über ein breites Angebot bleifreier Munition. An der IWA zeigten sie zahlreiche Neuheiten.

Swiss Made – Swissness

Die Begriff e «Swiss Made» und «Swissness» beschäftigten Schweizer Politikerinnen und Politiker in den vergangenen Wochen intensiv. Swissness wurde auch an der IWA gelebt und gezeigt. Helvetische Firmen wie Victorinox, Wenger, Luminox, Makura und Christensen überzeugten die Besucherinnen und Besucher mit hochwertigen Produkten wie Messern, Uhren, Schaftausführungen und sonstigem Zubehör. Die Firma Makura hat vor Jahren den Lochschaft bei Jagdwaffen in Europa etabliert und ständig weiterverbessert. An der diesjährigen IWA verblüffte sie mit einem ausgefallenen Schaft mit Reservemagazin.

Erfolgreiche Spezialmesse «Enforce Tac»

Mit einem deutlichen Besucherplus konnte auch die zweite Austragung der Spezialmesse «Enforce Tac» (Sicherheitstechnik und -produkte für Behörden) mit ihren begleitenden Workshops aufwarten. Die Zahl der Fachbesucher stieg gegenüber der Erstveranstaltung im Vorjahr um rund 20 Prozent. 40 Prozent der behördlichen Sicherheitsexperten reisten aus dem Ausland an.

Aufbruch ins fünfte Jahrzehnt

Die Jubiläumsausgabe der IWA & OutdoorClassics ist ihrem Ruf als international führende Fachmesse rund um hochwertige Produkte einmal mehr gerecht geworden. Die aktuellen Rekordzahlen von Anbietern und Besuchern deuten darauf hin, dass der Messe, auch im fünften Jahrzehnt ihrer Geschichte, viel Erfolg beschieden sein wird. Die nächste IWA fi ndet turnusgemäss von Freitag, 7., bis Montag, 10. März 2014, im Messezentrum Nürnberg statt. Die «Enforce Tac» geht mit neuer Tagesfolge Mittwoch und Donnerstag, am 5. und 6. März 2014, in ihre dritte Runde.

Text: Markus P. Stähli; Fotos: Peter Vonow

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